131 Blutspender in Ennigerloh geehrt 


Die Geehrten haben 50, 75, 100, 125 oder gar 150 Mal Blut gespendet. Blutspenden sind unverzichtbar. 

Lebensretter: In der Mensa der Gesamtschule Ennigerloh sind am Dienstagabend Blutspender vom Deutschen Roten Kreuz ausgezeichnet worden, die bereits 50, 75, 100, 125 und 150 Mal Blut gespendet haben. Das Bild zeigt die Geehrten für 125 und 150 unentgeltliche Blutspenden. Fotos: Schomakers

Ennigerloh (dis) - 131 Blutspender sind am Dienstagabend in der Mensa der Ennigerloher Gesamtschule von Bürgermeister Berthold Lülf in seiner Funktion als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Ennigerloh, der Stellvertretenden Vorsitzenden Luitgard Fröhlig und Dr. Martin Nienhaus, Vizepräsident des DRK-Kreisverbands Warendorf-Beckum, geehrt worden. 

Lülf: Blutspender sind „ganz besondere Menschen“

Die Geehrten haben 50, 75, 100 oder 125 Mal Blut gespendet. Oder gar 150 Mal, wie Katharina Freitag und Reinhard Tillkorn, die besondere Erwähnung fanden. 

Insgesamt wurden am Dienstagabend weit mehr als 100 Blutspender geehrt. Das Bild zeigt jene, die bislang 100 Mal gespendet haben.

Für Berthold Lülf sind Blutspender „ganz besondere Menschen“, denn „sie übernehmen Verantwortung und schenken Leben“. Er bedankte sich bei den Spendern, die mit ihren freiwilligen und unentgeltlichen Blutspenden die Versorgung von Patienten sicherten. Einen besonderen Dank richtete der Ortsvereinsvorsitzende auch an die Helferinnen des Arbeitskreises Blutspende, „ohne deren Hilfe Blutspenden schlichtweg gar nicht durchführbar sind“. 

Wie Lülf sprach auch Dr. Martin Nienhaus „die anhaltend kritische Versorgungssituation für Blutprodukte“ an. Im Blutspenden liege Deutschland im europäischen Vergleich an der Spitze, „aber auch im Verbrauch“, sagte Nienhaus. Von vier Millionen Einheiten würden zwei Drittel an Patienten transfundiert, die älter als 65 Jahre oder an Krebs erkrankt seien. 

Nienhaus: Arzt wird immer den gesamten Menschen im Blick haben

„Wenn ein Arzt der Meinung ist, eine Konserve Blut wird dem Patienten gut tun, wird er sie auch geben. Er wird immer den gesamten Menschen im Blick haben und sich für den Patienten entscheiden“, betonte der ehemalige Chefarzt für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie im Marienhospital Oelde.

Management verbessern, sonst droht Mangelsituation

Eine überalterte Bevölkerung benötige aber auch mehr Bluttransfusionen. Aus Sicht von Experten könnten die Kliniken durch ein besseres Blut-Management bis zu einer Million Fremdblutkonserven einsparen. „Andernfalls droht uns bis spätestens 2030 eine ernsthafte Mangelsituation an Blutkomponenten“, betonte Nienhaus. 

Zu den guten Geistern im Hintergrund gehören (v. l.) Lucie Krimphove, Gerti Harbaum, Ruth Strunz und Monika Horstmann vom Arbeitskreis Blutspende des DRK-Ortsvereins Ennigerloh.

Doch es gebe Hoffnung. Dank moderner Biotechnologie könnte der hohe Fremdblutbedarf in der Tumortherapie sinken. Vorerst seien Blutspender aber unverzichtbar. „Sie sichern heute wie in Zukunft die medizinische Grundversorgung mit Blutprodukten“, sagte Nienhaus. 

Am 6. Dezember Blutspende in der Gesamtschule

Allein in NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden täglich bis zu 3500 Blutkonserven benötigt. Mit einer Blutspende kann bis zu drei kranken oder verletzten Menschen geholfen werden. Für Dienstag, 6. Dezember, 16 bis 20 Uhr, ruft das DRK in der Gesamtschule zur Blutspende auf

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