Auftragsmord: Viehhändler muss in Haft



Münster/Ennigerloh (gl) - Mit Hilfe eines Auftragsmörders wollte er einen Konkurrenten ausschalten: Ein Viehhändler aus Ennigerloh, der heute in Warendorf wohnt, muss dafür zehn Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Urteil des Landgerichts Münster vom Juni 2011 ist rechtskräftig.

Der Viehhändler aus Ennigerloh muss zehn Jahre und sechs Monate in Haft.

Das Landgericht in Münster sah es als erwiesen an, dass der 60-Jährige einen Mittelsmann zum versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angestiftet hat. Die Revision des 60-Jährigen habe der Bundesgerichtshof als unbegründet verworfen, berichtete das Landgericht Münster am Dienstag. Das Urteil sei nun rechtskräftig.

Opfer ins Gesicht geschossen

Nach Auffassung des Gerichts hatte der Angeklagte einen Deutsch-Polen beauftragt, einen Konkurrenten auszuschalten, weil er diesen für seine wirtschaftliche Misere verantwortlich machte. Das Opfer, ein Viehhändler aus Südkirchen, hatte Mitarbeiter aus Ennigerloh für sein eigenes Unternehmen abgeworben – der Angeklagte damit auch viele Geschäftspartner verloren. Der Mittelsmann war für den 60-Jährigen bereits früher als Geldeintreiber tätig gewesen. Zudem hatte er den Viehhändler aus Südkirchen im Auftrag des Ennigerlohers observiert. Am 11. November 2008 hielt er den Konkurrenten auf einem einsamen Wirtschaftsweg an und schoss ihm mit einer Kleinkaliberpistole zweimal ins Gesicht. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen im Gesichts- und Halsbereich, konnte sich aber aus eigener Kraft in Sicherheit bringen.

Verräterische Telefonate und Treffen

Der Angeklagte stand für das Geschehen zweimal vor Gericht: In einem früheren Verfahren vor dem Landgericht war der Viehhändler im Jahr 2009 aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Doch auf die Revision der Staatsanwaltschaft und des Nebenklägers hatte der Bundesgerichtshof im August 2010 das Urteil aufgehoben. Das Landgericht rollte den Prozess wieder auf und bewertete die Indizien neu. Demnach haben zahlreiche Telefonate zwischen dem Angeklagten und dem Mittelsmann sowie einige Treffen seit 2008 zur Vorbereitung der Tat gedient.

Fall endgültig abgeschlossen

Nach der aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofes ist das Strafverfahren nun abgeschlossen. Der Mann, der die Schüsse im Auftrag des Ennigerloher Viehhändlers abgegeben hat, ist zu elf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

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