Café Kinderwagen ist beliebter Treff



Ennigerloh (ate) - Stolz beugt sich Claudia Jakobi über ihr Baby: „Nele hat in der vergangenen Woche 220 Gramm zugenommen.“ Hebamme Monika Annas-Path hat das Mädchen eben gemessen und gewogen: „69 Zentimeter, 5420 Gramm.“ In die Wiegekarte drückt sie einen Stempel, trägt Alter und Gewicht ein.

Heike Habbe besucht mit ihrer Tochter Olivia (11 Wochen) zum ersten Mal das Café Kinderwagen in Ennigerloh. Gern nimmt sie Tipps von Hebamme Monika Annas-Path zum Thema Schlafen für ihr Baby an. Rund 80 Familien werden im Café Kinderwagen betreut. Aufgrund des großen Erfolgs soll das Konzept nun auch in anderen Städten des Kreises umgesetzt werden.

 „Das ist toll“, lobt sie Mutter und Kind. Für Claudia Jakobi ist die Gewichtszunahme ihres Babys äußerst wichtig. Nele kam zwölf Wochen zu früh auf die Welt, wog bei ihrer Geburt nur 610 Gramm. Seit Februar kommt die junge Mutter jeden Dienstag ins Café Kinderwagen nach Ennigerloh, um sich dort mit anderen Eltern auszutauschen, aber auch um sich Tipps von Hebamme Monika Annas-Path und Erzieherin Michaela Trockel zu holen. Gern nimmt Claudia Jakobi dafür die Fahrt mit ihrem Baby von Roland (Beckum) in die Drubbelstadt auf sich.

 Auch für Jessica Hahne und ihren neun Monate alten Sohn Leon Luca ist das Café Kinderwagen zu einer beliebten Anlaufstelle geworden. „Hier kann ich das Gewicht kontrollieren lassen, Fragen zur Ernährung stellen und den Kontakt zu anderen Müttern und Kindern im gleichen Alter pflegen“, sagt die Ennigerloherin. „Ich muss dann nicht gleich für jede Frage zum Kinderarzt gehen“, betont Jessica Hahne. Simone Bücker aus Westkirchen kann das nur bestätigen. Sie komme mit ihrem Tageskind Mika regelmäßig her. „Das Angebot rechtfertigt die Fahrt nach Ennigerloh“, ist sie überzeugt.

Seitdem das Café Kinderwagen in der Pestalozzi-Schule im November vergangenen Jahres an den Start gegangen ist, kommen Woche für Woche zahlreiche Mütter, manchmal sogar Väter mit ihrem Nachwuchs im Alter von bis zu drei Jahren. „Wir haben bisher 80 Kinder begleitet. Manchmal sind an einem Vormittag bis zu 30 Mädchen und Jungen und ihre Eltern hier“, berichtet Hebamme Monika Annas-Path. „Junge Mütter haben so viele Fragen, die wir hier einfach und schnell beantworten können.“ Sei es zum Schlafverhalten, zur Ernährung, zu Impfungen oder zum Thema Allergien und Bewegung – Eltern dürfen alles fragen, was sie zu ihrem Baby bewegt. „Wir wollen Müttern und Vätern zur Seite stehen und ihnen helfen, ihre Babys verstehen zu lernen“, erläutert die Hebamme. „Dabei geht es nicht um den erhobenen Zeigefinger. Vielmehr wollen wir die Kompetenz der Eltern stärken. Wir suchen keine Defizite, sondern Stärken“, betont Erzieherin Michaela Trockel.

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