Dachboden-Fund ein Fall fürs Dorfarchiv



Westkirchen (clu) -  Jüngst sind weitere Jahrgänge der Zeitung „Kirche und Leben“ im Dorfarchiv Westkirchen eingetroffen. Für Bernhard Schulte bedeuten  sie vor allem einen lang ersehnten „Lückenschluss“. „Wir haben jetzt fast alle Ausgaben beisammen“, freut sich der Vorsitzende.

Im Dorfarchiv Westkirchen sind neue Jahrgänge der Kirchenzeitung eingetroffen, die von (v.l.) dem ersten Vorsitzenden Bernhard Schulte und dem Geschäftsführer Lutz Fladung gelesen, aufgenommen und katalogisiert werden.

Das heißt, sämtliche Ausgaben von „Kirche und Leben“ bis in die Gegenwart können im Dorfarchiv eingesehen werden.

 „Die Nachfrage ist groß“, betont Geschäftsführer Lutz Fladung, der auf die Sprechstunden des Dorfarchivs am Dienstag und Donnerstag verweist.

„Nicht nur nach ,Kirche und Leben’ wird gefragt, aber diese Zeitung wird immer wieder verlangt.“ Jetzt können Interessierte in den Ausgaben von 1934 bis 1937 und in fast allen Jahrgängen von 1953 bis in die Gegenwart stöbern.

Die Zeit von 1938 bis 1952 markiert ein besonderes Kapitel für die Kirchenzeitung. „Sie wurde von den Nationalsozialisten unterdrückt“, erläutert Bernhard Schulte. Ein direktes Verbot gab es nicht, aber die sogenannte Vorzensur reichte aus, um „Kirche und Leben“ stark zu beschneiden.

„Allerdings wurden in dieser Zeit geheime Flugblätter verteilt, die auch in Westkirchen dankend angenommen wurden“, weiß der Vorsitzende.

Beinahe wären auch die neu eingetroffenen Jahrgänge der Kirchenzeitung ein Geheimnis geblieben. „Sie lagerten sehr lange auf dem Dachboden des Hauses von Diakon Paul Sommer“, berichtet Fladung. Dort wurden sie dann zufällig gefunden, als das Dach neu isoliert werden sollte.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Samstag auf der Ennigerloher Seite der „Glocke“.

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