Eichamt testet Waagen der Markthändler



Ennigerloh (clu) - Die beiden Zeiger wollen einfach nicht zueinanderfinden. Peter Albrecht rätselt: „Entweder ist diese mechanische Waage nicht in Ordnung, oder die Wiegschale ist zu sehr abgenutzt.“ Der Eichinspektor untersucht nun genauer die Waage am Kartoffelstand auf dem Ennigerloher Wochenmarkt.

Damit die Waage richtig wiegt, muss sie möglichst gerade stehen. Eichinspektor Peter Albrecht prüft auf dem Ennigerloher Wochenmarkt eine Digitalwaage.

Am Donnerstagvormittag sind Eichdirektor Peter Broja, Eichinspektor Peter Albrecht und der Regierungsbeschäftigte Daniel Rottmann nach Ennigerloh gefahren, um die Waagen der Marktbeschicker unter die Lupe zu nehmen. „Beim Kartoffelhändler haben wir direkt beobachten können, dass er zugunsten seiner Kunden wiegt“, hatte Peter Albrecht anerkennend festgestellt, bevor er sich als Beamter der Eichstelle Münster vorstellte und die Waage genauer unter die Lupe nahm. Händler Matthias Westhues freute sich darüber: „Ich komme aus Clarholz und muss immer zum Eichamt nach Bielefeld fahren. Jetzt kann ich die Waage direkt hier untersuchen lassen.“

Westhues benutzt eine Tafelwaage. „Diese Waage ist bei den Markthändlern sehr beliebt“, erklärt Peter Broja. „Sie ist robust und braucht keinen Strom.“ Peter Albrecht hat inzwischen die Tarierkammer der Waage geöffnet und die vielen kleinen Gewichte herausgenommen: „Jetzt werde ich wieder so viele Gewichte dazugeben, bis die Wiegschale bei null steht.“ Nach einiger Zeit steht fest: Die Waage ist in Ordnung, nur das Gewicht der beiden Wiegschalen hat sich durch ständige Abnutzung verändert.

An einem Gemüsestand fällt den geschulten Augen der Mitarbeiter des Eichamtes der schiefe Stand einer Waage auf: Sie zeigt aber genau 0,000 Gramm an. „Das heißt nichts. Gerade bei digitalen Waagen fällt die Ungenauigkeit erst auf, wenn wir unsere Gewichte darauf stellen“, weiß Eichdirektor Peter Broja. Daniel Rottmann greift daraufhin zu den Gewichten des Eichamtes und stellt sie auf die Waage. „Es gibt eine kleine Differenz bei zehn Kilogramm“, stellt Peter Albrecht fest. Er rückt die Waage etwas um, sodass sie gerade steht, und schon ist die Differenz fast komplett verschwunden.

Die Waagen werden meistens alle zwei Jahre geeicht. „Dazu fahren wir vom Eichamt zu den Wochenmärkten“, unterstrich Peter Albrecht. „Freitagmorgens können aber auch die Händler zu uns nach Münster kommen. Sie sparen sich damit etwas von der Gebühr, die normalerweise bei 37,60 Euro für eine Waage liegt.“

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