Ersatz-Zivis lassen noch auf sich warten



Ennigerloh / Enniger (clu/gl) - Mit der Abschaffung der Wehrpflicht am 1. Juli ist auch der Zivildienst nun Geschichte. Als Ersatz wurde der Bundesfreiwilligendienst (BFD) eingeführt. „Die Glocke“ hat bei sozialen Einrichtungen in Ennigerloh nachgefragt, welche Folgen diese Umstellung für sie hat.

Mit der Abschaffung der Wehrpflicht am 1. Juli ist auch der Zivildienst nun Geschichte. Als Ersatz wurde der Bundesfreiwilligendienst (BFD) eingeführt.

Beate Thumann, Gruppenleiterin im Christophorus-Haus, würde sich freuen, wenn sogenannte Freiwilligendienstleistende in dem Wohnhaus für Behinderte tätig werden könnten. Im Christophorus-Haus gibt es seit vier Jahren keine Zivildienstleistenden mehr: „Das Interesse ist stark zurückgegangen“, erklärt Beate Thumann.

Die Evangelische Kirchengemeinde Ennigerloh kann sich glücklich schätzen, ab dem 1. Oktober einen Freiwilligendienstleistenden beschäftigen zu können. „Unsere bisherige Zivildienststelle weiter besetzt“, sagt Pfarrer Heinrich Afflerbach erfreut.

 Im Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, St. Marien am Voßbach Enniger, herrscht dagegen Ratlosigkeit: „Wir suchen dringend Freiwilligendienstleistende. Bisher haben wir die zwei Zivildienststellen in unserem Haus immer besetzen. Nun fehlen uns aber Bewerber zum Bundesfreiwilligendienst“, berichtet Einrichtungsleiterin Verena Jäckel. „Wir haben zwei 400-Euro-Kräfte eingestellt, aber sie können nicht die komplette Arbeit übernehmen, die ein Bundesfreiwilligendienstleistender erfüllen könnte.“

Auch in der C.E.M.M.-Caritas-Station Ennigerloh besteht Interesse an Bundesfreiwilligendienstleistenden: „Wir haben seit drei Jahren keine Zivildienstleistenden mehr und mussten diese Arbeit über 400-Euro-Kräfte sichern“, schildert Einrichtungsleiter Werner Silberberg die derzeitige Situation. Im St.-Josef-Haus in Ennigerloh liegen ebenfalls noch keine Bewerbungen für den neuen Dienst vor. „Wir hatten bis jetzt immer Zivildienstleistende, die unseren Bewohnern den Tag bunter machen konnten“, erinnert sich Heimleiterin Angelika Everkamp daran, wie wertvoll die Arbeit der Zivis für die älteren Menschen war.

Noch bis Mitte 2012 ist die Zivi-Stelle im Jugendzentrum (Juzze) besetzt. „Wir würden uns freuen, wenn wir danach einen Freiwilligendienstleistenden anstellen zu können“, sagt Martina Lohmann, Fachbereichsleiterin für Personal bei der Stadt Ennigerloh. Unter anderem begleitet unterstützt zurzeit der Zivildienstleistende Angebote für die Jugendlichen. „Diese Tätigkeit ist wichtig, da dieser junge Mitarbeiter meist einen guten Draht zu den Juzze-Besuchern hat.“

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