Ex-Freund hinter Zigarettenhülsen-Beleidigung vermutet


Eine beunruhigende Botschaft aus Zigarettenhülsen in ihrer Wohnung -eine Ennigerloherin dachte da an ihren Ex-Freund. Deshalb stand sie selbst vor Gericht. 

Ennigerloh (bjo) - Eine unangenehme Überraschung hat eine 39-jährige Ennigerloherin am 30. Dezember vergangenen Jahres erlebt. Als sie mit ihrem damaligen Partner in ihre Wohnung zurückkehrte, fand sie das Wort „Hure“ aus Zigarettenhülsen gelegt auf dem Boden des Wohnzimmers.

Keine Einbruchspuren erkennbar

Daneben war Sexspielzeug drapiert. Die 39-Jährige rief die Polizei, die Beamten konnten keine Einbruchspuren erkennen. So weit, so klar. Aber was ist mit dem Verdacht, dass ihr Ex-Freund hinter den Vorkommnissen am 30. Dezember stecken könnte? Erfüllt diese Information, die die Ennigerloherin den Beamten damals mit auf den Weg gab, den strafrechtlichen Tatbestand der falschen Verdächtigung? Dieser Frage ging das Warendorfer Amtsgericht am Donnerstag nach.

 

„Ich habe lediglich eine Vermutung geäußert, keine Beschuldigung“, verteidigte sich die Ennigerloherin. Da sie nicht so viele Feinde habe, sei die Vermutung entstanden, ihr Ex-Freund könne hinter der beleidigenden Zigarettenhülsen-Botschaft stecken. Das auch, weil der heute 30-Jährige schon einmal in die Wohnung seiner Ex-Freundin eingedrungen und von der Polizei herausgeholt worden war.

Ex-Freund war vorher einmal in der Wohnung

Dass er unter dem Einfluss von Alkohol tatsächlich schon einmal über die Balkontür in die Wohnung seiner Ex gelangt war, räumte der 30-Jährige in der Hauptverhandlung ein. Er versicherte aber auch, nichts mit den Vorkommnissen des 30. Dezember zu tun zu haben. Am fraglichen Tag sei er nachweislich in seiner Wohnung gewesen, was auch in einem Strafverfahren gegen ihn deutlich geworden sei. Das Ergebnis des Verfahrens gegen den Freckenhorster war ein Freispruch.

Freispruch für die 39-Jährige

Einen Freispruch verkündete die Richterin auch am Donnerstag. „Man kann Ihnen nicht vorwerfen, Ihren Ex-Freund wider besseren Wissens verdächtigt zu haben“, begründete die Richterin das Urteil und verwies darauf, dass der Mann schon zuvor in der Wohnung der Ennigerloherin aufgegriffen worden war. Auch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sowie die Verteidigerin der 39-jährigen Ennigerloherin hatten in ihren Plädoyers einen Freispruch beantragt.

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