Hoppeditz brennt auf dem Finkenberg



Ennigerloh (dis) - Mit der Verbrennung der aus Düsseldorf eingewanderten Karnevalskultfigur Hoppeditz auf dem Finkenberg haben die Ennigerloher Drubbelnarren die fünfte Jahreszeit beendet. Die schwerwiegendsten Verfehlungen sollten im Prozess aufgerollt werden.

Auf dem Finkenberg, dem Sitz der Finkenberger Funken, endete für den Ennigerloher Karneval mit der Verbrennung des Hoppeditz die fünfte Jahreszeit. Zuvor war der Karnevalskultfigur mit viel Gesang der Prozess gemacht worden.

 Dazu kam es aber nur im Ansatz bei Stadtprinz Jürgen I. Scheffbusch. Möglich machte dies zum Prozessende erst ein Antrag der KG Vetein Düöwels. Unter Leitung ihres „Silberrückens“ Werner Hohenhorst erhoben sie in einem Schreiben an das ehrenwerte Narrengericht unter Leitung von Richter Friedhelm (Akki I.) Brune schwere Vorwürfe gegen den Stadtprinzen. „Wir gaben den Hinweis über den Aufenthaltsort des Hoppeditz“, hieß es, und Jürgen I. sei nicht Mitbegründer der Drubbelnarren. „Der Prinz hat Glück. Würde es nach den Vetein Düöwels gehen, würde Hoppeditz überleben“, grummelte Hohenhorst aus der Tiefe des Saals und sah dabei wohl den Prinzen schon auf dem heißen Stuhl sitzen. Staatsanwalt Detlef Radke vermutete vorher schon eine Aufsichtspflichtverletzung des Stadtprinzen. Es habe Warnungen vor einer Entführung gegeben, die dann auch durch den Elferrat „Achse des Bösen“ unter dramatischen Umständen erfolgt sei. Für einen Moment schien der Prozess eine von den Vetein Düöwels gewünschte Richtung zu bekommen. Doch Stadtprinz Jürgen I. kriegte noch die Kurve. Er schrammte mit seinem umgehenden Eingeständnis dann doch noch knapp an einer Verurteilung vorbei. „Ich hatte Hoppeditz immer als Schalk im Nacken. Das ist schlimm“, stöhnte Stadtprinz Jürgen I. als Entschuldigung für die ihm angelasteten Missetaten. Zudem habe der Elferrat Hoppeditz brutal geraubt und nicht entführt. „Meine Späher haben Hoppeditz erst am Freitagabend in der tiefsten Hoest aufgefunden“, versicherte Jürgen I.. Alles in allem waren die sonst noch zur Sprache gekommenen Verfehlungen dann doch von minderer Schwere. Hoppeditz Pflichtverteidiger Günter Kasper argumentierte in einem Fall: „Es ist menschlich gesehen kein Vergehen. Es war nur ein Fehlverhalten.“ Richter Brune hatte dem anscheinend juristisch vorgebildeten Kasper erst am Nachmittag das Mandat übertragen können. Genutzt hat es Hoppeditz nichts. Er brannte auf dem Finkenberg und nahm wohl alle karnevalistischen Verfehlungen mit in den Teufelsbrunnen.

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