Ist 33-Jähriger der Perückenräuber?



Ennigerloh / Warendorf (bjo) -  Ist der 33-jährige Mann aus Borchen der Perückenräuber, der von Januar bis April vier Tankstellen im Kreis Warendorf überfallen und dabei 8800 Euro erbeutet hat? Das will die dritte Große Strafkammer des Landgerichts Münster bis Ende August klären.

Am Freitag hat der Prozess gegen den 33-Jährigen begonnen. Insgesamt vier Überfälle – zwei in Everswinkel und je einer in Ennigerloh und in Warendorf – werden dem Angeklagten zur Last gelegt. Vorgeworfen werden dem Mann ebenso das Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie der Diebstahl zweier Nummernschilder in Hoetmar. Die beiden letztgenannten Taten räumte er vor Gericht ein. 

Mit den Raubüberfällen, so machte der Angeklagte deutlich, habe er nichts zu tun. Als er am 3. April in Sendenhorst festgenommen wurde, habe er sich in der Nähe einer „gelben Tankstelle“ nur mit einem Kollegen treffen wollen. Dass sich der 33-Jährige der Anklage stellen muss, liegt daran, dass die Polizei im Wagen seiner Lebensgefährtin, mit dem er unterwegs war, neben einer Gasdruckpistole auch eine rote Perücke fand.

Zudem wurde bei einer Hausdurchsuchung bei seiner Mutter in Hoetmar eine grüne Baseballkappe gefunden. Dies sind Gegenstände, an die sich die Tankstellenmitarbeiterinnen, die als Zeuginnen aussagten, erinnern. Eine rote Perücke hatte der Räuber bei allen vier Taten getragen, die grüne Mütze bei dreien. Zudem waren Perücke und Mütze auf den Videos der Überwachungskameras zu sehen, die im Saal vorgeführt wurden.

Übereinstimmend berichteten die Zeuginnen auch, dass der Angeklagte eine Waffe bei sich gehabt habe und das Geld selbst aus Kasse oder Tresor genommen habe. Zwei der Frauen hatten nach dem Überfall die Hilfe der Trauma-Ambulanz in Anspruch nehmen müssen. „Ich habe immer noch Alpträume und kann nicht mehr nachts arbeiten“, gab eine 45-jährige Warendorferin an.

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