Lackaffen sollen Lärmschutzwand in Ennigerloh gestalten



Geht es nach der Stadt Ennigerloh, sollen die Graffiti-Künstler Lackaffen die geplante Lärmschutzwand an der B475 gestalten.

Die Stadt Ennigerloh schlägt vor, die Lackaffen mit der Gestaltung der geplanten Lärmschutzwand an der B 475 zu beauftragen. Im Auftrag der Stadtwerke SO gestalteten die Künstler beispielsweise mehrere Trafohäuschen in Oelde. Archivfoto: Hövelmann

Ennigerloh (gl) - Ihre Werke zieren Trafohäuschen in Oelde, Bunker in Amsterdam und ganze Hausfassaden in Münster: Auch in Ennigerloh könnte die Kunst der Lackaffen vielleicht bald zu sehen sein. Die Verwaltung schlägt vor, die geplante Lärmschutzwand an der Bundesstraße 475 (B 475) von den Graffiti-Künstlern gestalten zu lassen. 

Stadt will illegalen Graffitis entgegenwirken 

Der Landesbetrieb Straßen.NRW plant, eine Lärmschutzwand entlang der Bundesstraße (Westring) zwischen den Kreuzungsbereichen Wulfsbergstraße und Ennigerstraße in Ennigerloh in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung zu errichten. Der Verwaltung zufolge soll die rund 840 Meter lange Lärmschutzwand zum Großteil aus Gabionen (mit Steinen gefüllte Drahtkörbe) sowie aus sogenannten Aluminium-Lärmschutzkassetten bestehen. 

Die Planungen des Landesbetriebs sähen zwar eine einheitliche Farbgebung der Schutzkassetten vor. Die Stadt Ennigerloh geht jedoch davon aus, dass diese „grundsätzlich das Potenzial bieten, mit diversen Graffitis versehen zu werden, die das Stadtbild – unabhängig von der Gestaltung – nicht unbedingt positiv beeinflussen“. 

Um einer derartigen Umgestaltung entgegenzuwirken und stattdessen eine nach den eigenen Wünschen ansprechend gestaltete Lärmschutzwand vorzufinden, sei die Idee entstanden, das Unternehmen lackaffen.de aus Münster zu beauftragen. Die Künstler gestalten Objekte und Fassaden nach Kundenwunsch. In Ennigerloh wären zum Beispiel Landschaftsmotive denkbar. 

„Gestaltete Graffitiflächen für andere Graffiti-Künstler in der Regel tabu“

Der Vorteil einer Gestaltung durch die Lackaffen wäre der Verwaltung zufolge insbesondere das „ungeschriebene Gesetz, dass künstlerisch gestaltete Graffitiflächen für andere Graffiti-Künstler in der Regel tabu sind“. Auf diese Weise würde keine Angriffsfläche für das Aufbringen unerwünschter Motive und Schriftzüge geboten. 

Die Kosten für die Gestaltung der insgesamt 350 Quadratmeter Aluminium-Lärmschutzkassetten belaufen sich grob geschätzt auf 30.000 Euro und müssten von der Stadt Ennigerloh getragen werden. Die Summe kann je nach nach Motiv und Detailgenauigkeit nach oben und unten variieren. 

Vorschlag ist Thema im Ausschuss am 17. Januar

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Bauen und Verkehr wird sich mit dem Vorschlag der Verwaltung in seiner ersten Sitzung des neues Jahres am kommenden Montag, 17. Januar, befassen. Beginn ist um 18 Uhr in der Gesamtschulmensa.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.