Mit Taufkleidern auf Zeitreise gehen



Ennigerloh (art) - Was mag die junge Schneiderin wohl gedacht haben, als sie um 1830 in vielen Stunden dieses Taufkleid nähte, stickte und klöppelte? Das traditionsreiche Kleid ist mit Brüsseler Klöppelspitze aus dem Jahr 1750 sowie mit Nadelspitze verziert.

Monika Schmillenkamp zeigt ab 4. März in der Alten Brennerei Ennigerloh Taufkleider aus verschiedenen Epochen.

Monika Schmillenkamp aus Ennigerloh verwahrt das Taufleid wie einen Augapfel. Sie kaufte es auf einem Antikmarkt in Holland. Es war stark beschädigt, aber die Handarbeitsexpertin richtete das Gewand wieder liebevoll her. „Taufkleider sehen nicht nur wunderschön aus, sie nehmen ihre Betrachter auch mit auf spannende Reisen in die Vergangenheit“, betont Monika Schmillenkamp.

Die Handarbeitsexpertin bereitet zurzeit die Sonderausstellung „Zur Erinnerung an die Taufe“ vor, die vom 4. März bis zum 1. April in der Alten Brennerei zu sehen sein wird. „Die weißen Gewänder werden oftmals von Generation zu Generation weitergegeben. Namen der Täuflinge sind eingestickt oder aufgenäht – das sind interessante Daten der Familiengeschichte.“ Die Initiatorin des Stickereimuseums „Stickerei, Spitze & Co.“ in der Alten Brennerei besitzt mehrere Taufkleider verschiedener Epochen – mal mehr, mal weniger aufwendig handgearbeitet. So hängt das filigran wirkende Leinenkleidchen aus England aus dem Jahr 1870 neben dem bereits genannten Taufkleid mit edler Brüsseler Spitze aus dem Jahr 1830. „Im Vergleich der Kleider ist zu erkennen, wie die Kleinen damals und heute zur Taufe gekleidet wurden. Die Moden und Stoffe wechselten im Laufe der Zeit.“

Nicht nur Taufkleider, sondern auch edle Taufkissen, Taufgeschenke, die traditionellen Taufbriefe, Schutzengelbilder und Glückwunschkarten aus ihrer Sammlung möchte Monika Schmillenkamp nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und dabei einen Einblick in die Schatzkisten unterschiedlicher Familien geben.

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