Villeninventar kommt unter den Hammer



Ennigerloh (ar) - Die weiße Villa zwischen Wagenfeld- und Overbergstraße: Seit mehr als drei Jahrzehnten steht sie in Ennigerloh, seit einigen Monaten ist sie unbewohnt. Von vielen Passanten wird sie bestaunt. Bald sind die Räume gänzlich leer. Am  Samstag, 2. Juli, wird das Inventar versteigert.

...und zum Dritten: Auktionator Detlef Jentsch leitet die Versteigerung des Villeninventars am Samstag, 2. Juli.

Der Garten ist voller Skulpturen und Steingestaltung, das Haus gefüllt mit Polstermöbeln, Orientteppichen, Schränken, Gemälden, einer Bar. Es gibt ein Schwimmbad, eine Sauna und ein Solarium.

Goldene Wasserhähne im Bad, kleine Vasen, Tischchen, Dekorationen überall. Vieles trägt den Charme der Siebziger, anderes scheint antik, barock oder angelehnt an die Rokoko-Zeit. Ein Kunstwerk, romantisch, krass – Besucher würden viele Worte für das finden, was sie im Inneren der Villa sehen.

Für Detlef Jentsch sind die Räume schlicht ein Arbeitsplatz. Er ist Auktionator und das schon seit 31 Jahren. Er wurde von den Erben des Inventars beauftragt, alles zu versteigern. Obwohl, etwas Besonderes ist dieser Ort doch für ihn: „So ein Haus habe ich noch nie gesehen. Die Architektur, der Garten und alle Räume sind voll mit Einrichtungsgegenständen – das hätte ich nicht vermutet.“

Hunderte, vielleicht tausend Menschen – potenzielle Bieter und Neugierige – werden zur Auktion in die Villa kommen. Bis zu 200 Menschen wird Jentsch in dem Haus unterbringen können. Hinein darf, wer bieten möchte und zuvor einen Katalog am Eingang gekauft hat. Darin finden sich 441 Objekte, die unter den Hammer kommen – Einzelgegenstände oder Konvolute.

Es lässt sich heute erahnen, wie das Haus bewohnt aussah. Aber aus wohl positionierter Ausstattung wird für die Versteigerung eine zweckmäßig Herrichtung: Das ovale Schwimmbad ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, damit niemand beim Rundgang hineinstürzt. Stufen zwischen Bar und Bad sind markiert.

Polstermöbel stehen nicht mehr in gemütlichen Runden, sondern wie im Möbelhandel nebeneinander. Jedes Stück versehen mit einer Nummer, gestapelt und geordnet.

In der Küche neben dem Wohnraum wird die Kasse eingerichtet. Wer etwas ersteigert, muss bar zahlen und den Abtransport organisieren. 

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