Zwei Solaranlagen an Bahnstrecke in Enniger geplant



Die MHB Montage GmbH möchte in Enniger zwei Freiflächenphotovoltaikanlagen entlang der ehemaligen WLE-Bahnstrecke errichten.

Die MHB Montage GmbH möchte in Enniger zwei Freiflächenphotovoltaikanlagen auf derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang der ehemaligen WLE-Bahnstrecke errichten. Die sogenannten Grünstromkraftwerke sollen zusammen Strom für rund 2740 Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch von jeweils 4000 Kilowattstunden erzeugen können. Grafik: Stadt Oelde

Enniger (gl) - Gibt es schon bald Ökostrom aus Enniger? Die MHB Montage GmbH möchte im Voßbachdorf zwei Freiflächenphotovoltaikanlagen auf derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang der ehemaligen WLE-Bahnstrecke errichten. Die Pläne stehen auf der Tagesordnung der ersten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Verkehr nach der Sommerpause am Montag, 15. August. 

Stromerzeugung für rund 2740 Haushalte

Der Verwaltung zufolge ist die MHB Montage GmbH bereits mit der Planung und dem Bau einer Freiflächenphotovoltaikanlage auf dem Gelände der ehemaligen Richtfunkanlage der Münsterlandkaserne auf dem Finkenberg in Ennigerloh beauftragt. Nun plant das Unternehmen, zwei weitere sogenannte Grünstromkraftwerke an der Straße Pöling in Enniger zu errichten. 

Die erste Anlage an der Straße Pöling/Ecke Am Bahnhof südlich der Bahnstrecke hat eine Modulfläche von rund 0,35 Hektar und eine geplante installierte Leistung von 758,4 Kilowatt-Peak. Der MHB Montage GmbH zufolge entspricht das dem Jahresstrombedarf von rund 190 Haushalten mit einem durchschnittlichen Verbrauch von je 4000 Kilowattstunden. 

Deutlich größer soll die zweigeteilte Anlage an der Straße Pöling südöstlich der ersten werden, die südlich und nördlich der Bahnstrecke geplant ist. Mit einer Modulfläche von circa 4,8 Hektar sollen 10,18 Megawatt Solarstrom erzeugt werden. Laut dem Unternehmen entspricht das dem Jahresstrombedarf von rund 2550 Haushalten. 

Interkommunaler Solarpark In der Hoest ebenfalls Thema

Das für die Errichtung beider Anlagen erforderliche Planungsrecht soll der Vorlage zufolge über zwei vorhabenbezogene Bebauungspläne geschaffen werden, da es zwei unterschiedliche Betreiber der Anlagen geben wird. Zudem müssen der Flächennutzungsplan und die darin dargestellten Planflächen in sogenannte „Sonderbauflächen mit der besonderen Zweckbestimmung Freiflächenphotovoltaikanlage“ geändert werden. Im Auftrag ihres Kunden hat die MHB Montage GmbH beantragt, entsprechende Beschlüsse zu fassen. 

Grünen Strom für rund 5300 Haushalte soll darüber hinaus der interkommunale Solarpark in der Hoest in Ennigerloh und Oelde liefern. Das 9,6 Hektar große Gebiet liegt zu zwei Dritteln auf Ennigerloher sowie zu einem Drittel auf Oelder Gebiet. Das Projekt steht ebenfalls auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses. 

Die Mitglieder werden sich mit einer Änderung des Flächennutzungsplans befassen. Die Sitzung beginnt am Montag, 15. August, um 18 Uhr in der Mensa der Gesamtschule, Berliner Straße in Ennigerloh.

 Stadt könnte finanziell profitieren

Die in Enniger geplanten Anlagen erzeugen nicht nur grünen Strom, die Stadt Ennigerloh könnte auch finanziell profitieren. Bei einer Standortabgabe in Höhe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde würde die Stadt bei der kleinen Anlage 1500 Euro pro Jahr erhalten. Bei der deutlich größeren zweiten Anlage wären es laut der MHB Montage GmbH rund 20.440 Euro im Jahr. 

Die MHB Montage GmbH hat ferner erklärt, sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Bauleitplanung für das Projekt entstehen, zu übernehmen. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge ein Komplettanbieter von schlüsselfertigen Photovoltaikanlagen auf Freiflächen und Gewerbedächern. Der Fokus des Unternehmens aus Mittelfranken in Bayern liege auf dem Vertrieb von netzgekoppelten Photovoltaikanlagen für den privaten, landwirtschaftlichen und gewerblichen Bereich. 

Die einzelnen Photovoltaikmodule mit jeweils 400 Watt Leistung sollen bei beiden geplanten Anlagen in Enniger auf den Flächen mit einer Neigung von 15 Grad aufgeständert werden. Darüber hinaus werden die Anlagen umzäunt.

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