Zwölf Jahre Haft für Viehhändler gefordert



Ennigerloh/Münster (gl/dpa) - Einem aus Ennigerloh stammenden Viehhändler drohen zwölf Jahre Haft. Diese Strafe forderte Oberstaatsanwalt Heribert Beck am Donnerstag vor dem Landgericht Münster. Er sieht es als erwiesen an, dass der Ennigerloher einen Mordanschlag in Auftrag gegeben hat.

Das Opfer hatte beim Anschlag im November 2008 in Nordkirchen zwei Kopfschüsse überlebt. Der nun erneut als Drahtzieher angeklagte Mann hatte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ein Motiv, er war ein Konkurrent des Opfers. Der eigentliche Schütze hat die Tat bereits teuer bezahlt. Der Pole ist nach einem Geständnis wegen versuchten Mordes für elfeinhalb Jahre hinter Gitter geschickt worden.

Im ersten Verfahren im Jahr 2009 hatte der Mann behauptet, die Tat allein geplant zu haben. Er habe das Opfer ausrauben wollen. „Ich wollte mir eine Scheibe von seinem Reichtum abschneiden“, hatte er damals ausgesagt und damit den 59-Jährigen mutmaßlichen Drahtzieher vor Gericht entlastet.

Die Staatsanwaltschaft ging dagegen von einem Mordkomplott aus. Der erneut angeklagte Fleisch- und Viehhändler war ins Visier der Ermittler geraten, weil er mit dem Schützen zusammengearbeitet hatte. Die Anklage focht das Urteil erfolgreich an. Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch auf.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.