Alte Kutschen werden vorgeführt



Everswinkel (gl) - Nach dem ersten Aktionstag am 29. Mai, der sehr schleppend begann, aber dann doch noch die investierte Arbeit des Hegeringes und der Jaghornbläser durch etwa 300 Besucher honoriert wurde, ist der zweite Aktionstag im Mitmachmuseum den Kutschen gewidmet.

Eine Kirchen-Kutsche hat die Familie Dollmann-Schlüter aus Walstedde dem Mitmachmuseum als Leigabe zur Verfügung gestellt. „Baas“ Ewald Stumpe wird sie den Besuchern erläutern.  Bild: Mettelem

 Neben einheimischen Kutschengespannen, die auch schon mal im Dorf gesehen werden, wollen auch einige Gespanne aus der Umgebung diesen Sonntag für ihre Ausfahrt nutzen und zum Museum „Up’n Hoff“ kommen. Von 14 bis 18 Uhr sind ein paar Geschicklichkeitspassagen auf dem Schützenplatz vorgesehen. Kinder können Rundfahrten mit der Kutsche machen. Hier noch etwas zur Geschichte der Kutsche: Sie hat schon eine lange Tradition. So wurde sie erstmals 1272 urkundlich im Ungarischen Dorf Kocsi erwähnt. Hieraus ist wohl der Name Kutsche entstanden. In den folgenden Jahrhunderten war die Kutsche mehrfach nach den Wünschen und dem Bedarf der Besitzer umgebaut und erweitert worden. Sie galt als das beste Transportmittel. Schon im Jahre 1806 ließ sich der Fürst von Thurn und Taxis das Recht zur Personen- und Postbeförderung erteilen. Auch in Amerika im „Wilden Westen“ zog die Kutsche ein. Im Jahre 1858 wurden die ersten Passagiere und Post mit der „Stagecoaches“ von Tipton in Missouri nach San Francisco transportiert. Für die 4500 Kilometer benötigte die Kutsche 24 Tage. Kutscher und Pferde wurden an 165 Stationen gewechselt. In Deutschland hatte der gewitzte Schwabe Gottlieb Daimler eine Idee: Er bestellte sich bei der Firma Wimpf und Söhne in Stuttgart eine Kutsche vom Typ „Americain“, versah sie unter Maybachs Anleitung mit einer Drehschemel-Lenkung und einem 1,5- PS-Motor nach Vorbild der Standuhr. Der Antrieb erfolgte mit Riemen auf die Räder. So war die Daimler-Motorkutsche geboren. Sie war das erste Vierradauto der Welt. Natürlich werden zu den Kutschen im Museum wieder Maschinen und Geräte im Betrieb gezeigt. Im Speicher ist wie gewohnt das Backteam aktiv und produziert die beliebten Brote aus dem Steinofen und leckeren Kuchen der Saison. Bei Kaffee, Kuchen und Schnittchen aus Steinofenbrot kann man hier Verweilen. Gekühlte Getränke runden das Angebot ab. Seit diesem Jahr ist der Eintritt in das Museum frei. Bis Ende September sind in der Regel an jedem vierten Sonntag im Monat Aktionstage mit verschiedenen Themen. Der nächste Termin ist der 24. Juli.

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