„Füerstöfken“ sorgt für Wärme



Everswinkel (gl) - Die Kutschenausstellung des zweiten Aktionstags des Mitmachmuseums „Up´n Hoff“ lockte am Sonntag viele Besucher auf den Hof Schulze Kelling. Anlässlich dieses Ereignisses zeigte sich die zum Museum umfunktionierte Hofstelle aus dem 11. Jahrhundert von ihrer besten Seite.

„Baas“ Ewald Stumpe und Verkehrsvereinsvorsitzender Fred Hennemann(r.) präsentieren stolz das „Füerstöfken“. Mit dabei Agnes Giese-Heuss mit Sohn Jonathan und Tanja Pohlmann mit Tochter Lotta (v. l.).

Neben den Pferdegespannen zogen aber auch wieder die in liebevoller Kleinstarbeit zusammengestellten Erntegeräte des 18. und 19. Jahrhunderts die Besucher in ihren Bann. Insgesamt sieben Kutschen mit Pferden gab es auf der Wiese vor dem Hof zu bestaunen, auf der am nächsten Wochenende schon wieder das Schützenzelt stehen wird. Die älteste Kutsche an diesem Tag, der „offene Landauer“, gehört sogar dem Bürgerschützenverein und wird daher auch nächstes Wochenende wieder für Bewunderung sorgen.

Mit dem Betrachten der Kutschen allein war es jedoch nicht getan. Im wahrsten Sinne des Wortes „Mitmachen“ kamen vor allem die Kleinen bei Fahrten mit den Pferdegespannen auf ihre Kosten. Ewald Stumpe, Vorsitzender des Heimatvereins, freute sich über die zahlreichen Besucher: „Die Lebensweise auf den Bauernhöfen im Münsterland vor etwa hundert Jahren zu vermitteln, ist das Hauptziel der Aktionstage.“

Aus diesem Grund erklärte er stolz das „Füerstöfken“, das auf Plattdeutsch so viel wie „Feueröfchen“ bedeutet. Hierbei handelt es sich um einen Behälter aus Eisen, der mit Kaminasche gefüllt wurde und dazu diente, die Kutschenpassagiere im Winter auf dem Weg zur Kirche zu wärmen. Auch im Herbst bei der Rübenernte spielte das „Füerstöfken“ eine wichtige Rolle, da es in der Lage war, den Feldarbeitern bis zu sechs Stunden Wärme zu spenden. Bei Kaffee, Kuchen und selbstgebackenen Steinofenbrot konnten die Besucher den Nachmittag ausklingen lassen. Fred Heinemann, Vorsitzender des Verkehrsvereins und Stellvertretender Bürgermeister, zieht eine positive Bilanz und gibt schon einmal einen Vorgeschmack auf den nächsten Aktionstag, der am Sonntag, 24. Juli, stattfinden wird. An diesem werden Besucher die so genannte „Schweizer-Wohnung“, besser bekannt als Melkstube, besichtigen können.

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