Ostbeverner muss sich wegen Geldwäsche verantworten


Betrugsmasche: Ein 30-Jähriger aus Ostbevern soll tausende Euro auf seinem Konto empfangen und in bar an eine Person weitergeleitet haben.

Ein 30-jähriger Ostbeveraner muss sich vor dem Warendorfer Amtsgericht wegen Geldwäsche verantworten. Die Gelder stammen laut Anklageschrift aus einer Betrugsmasche. Foto: dpa

Ostbevern (bjo) - Dass er im Oktober 2019 und im Januar 2020 insgesamt wohl mehr als 35 000 Euro auf zwei Girokonten empfangen, in bar abgehoben und an eine Person weitergeleitet hat, von der er nur den Vornamen Samuel kennt, hat ein 30-jähriger Ostbeveraner jetzt vor dem Warendorfer Amtsgericht unumwunden eingeräumt. 

Gelder stammen aus Betrugsmasche

Der gelernte Schneider, der in Deutschland Asyl beantragt hat, musste sich vor Gericht wegen des Vorwurfs der Geldwäsche verantworten, denn die Gelder stammen laut Anklageschrift aus der Betrugsmasche „love scamming“, bei der Männer alleinstehenden Frauen im Internet die große Liebe vorspielen und versuchen, sie in emotionale Abhängigkeit und so später zur Überweisung von Geld zur Hilfe in vermeintlichen Notlagen zu bringen. 

Auf dem Weg zur Schule in Münster sei er von Samuel angesprochen und gefragt worden, ob er ein Konto habe, schilderte der Ostbeveraner jetzt vor Gericht seine Erinnerungen an die Vorkommnisse. „Er hat mir erzählt, dass seine Schwester ihm Geld schicken wolle.“ Geld sei in der Folge auch eingegangen, er habe es dann bar abgehoben und an Samuel ausgehändigt – nicht nur in Münster, sondern auch an anderen Orten wie Köln. 

Angeklagter kennt nur den Vornamen des Mannes

„Das Tagesticket für den Zug hat Samuel bezahlt“, erzählte der Angeklagte im Gerichtssaal. Geld habe er nicht bekommen. „Er hat mich angelogen“, weiß der Ostbeveraner mittlerweile. Der Kontakt zu Samuel sei abgebrochen, über eine Telefonnummer des Mannes verfüge er nicht. 

Um wie viel Geld es bei „love scamming“-Betrugsfällen mitunter gehen kann, wurde am Rande des Verfahrens gegen den Ostbeveraner deutlich. Eine der geschädigten Frauen hatte den Betrügern laut Anklageschrift insgesamt fast 430 000 Euro überwiesen. 17 000 Euro sollen auf dem Konto des Angeklagten eingegangen sein. Insgesamt soll der Ostbeveraner auf einem Konto mehr als 35 000 Euro erhalten und immer an die gleiche Person weitergegeben haben, was er in der Hauptverhandlung einräumte: „Das stimmt.“ 

Gericht fordert Unterlagen des Girokontos an

Zu einem Abschluss kam das Verfahren jetzt indes nicht, denn dem Angeklagten wurde auch zur Last gelegt, auf einem dritten Konto weiteres Geld erhalten und weitergegeben zu haben. „Ein Konto bei der Bank hatte ich nie“, versicherte der Angeklagte aus Ostbevern. Zur weiteren Aufklärung des Sachverhalts will das Warendorfer Amtsgericht im nächsten Schritt die Eröffnungsunterlagen des fraglichen Girokontos anfordern. Der Prozess wird fortgesetzt.

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