Publikum agiert in Alverskirchen als Zufallsgenerator


Mit Improvisationstheater vom Feinsten sind die zweiten „Kulturwiesen“ auf Hof Schulze Wettendorf in Alverskirchen eröffnet worden. 

Mit Temperament und Ideenreichtum präsentierten sich die Akteure des "Impro 005" auf der Bühne der Kulturwiesen auf dem Hof Schulze Wettendorf. Foto: Mettelem

Alverskirchen (wm) - Sie gehen immer nah ran, die Fünf vom Improtheater 005 aus Münster. Kaum sind sie auf der Bühne, schon sind sie per „Du“ mit dem Publikum. Auch  in Alverskirchen. Der Auftakt zur zweiten „Kulturwiesen“ auf Hof Schulze Wettendorf lief mit den Improvisationskünstlern perfekt.

Nicht nur, dass die Organisatoren um Thomas Deipenbrock und Henrik Schulze Wettendorf das passende Open-air-Wetter „bestellt“ hatten, sondern auch, dass luftige Plätze vor einer technisch optimal ausgerichteten Bühne eingerichtet worden waren. Die Besucher aus nah und fern – knapp 500 wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen – waren begeistert, nachdem Thomas Deipenbrock und Henrik Schulze Wettendorf das Spektakel mit herzlichen Worten eröffnet hatten. So simpel die „Gebrauchsanweisung“ durch die Akteure auch war, so lebendig machten die Zuhörer auch mit. Da musste der Norbert aus den hinteren Reihen bei den besten Gags immer nachfragen: „Wo bleibt die Welle?“, die dann der Georg aus der ersten Reihe lauthals ankündigte. Das Publikum machte einfach mit. Auch bei den einzelnen Szenen, die „Impro 005“ auf die Bühne brachte, hatten die Zuschauer das Sagen. Da entwickelte sich das Familiendrama um den Hof und die künftige Erbschaft Schlag auf Schlag – je nach Stichwort – zum Tod eines Karnickels oder die Fechtszene zum lasziven Stangentanz. Selbstverständlich durfte auch die westfälische Mundart nicht fehlen, wenn die „Fleischoase“ eine Verwertungsänderung erfahren muss und der Umbau zum Ponyhof bevorsteht, den die Tochter ins Auge gefasst hat. Wenn dann noch die neuesten Bademoden mit gehäkelten Schläppchen und schlabbernden Bikinis aus Baumwolle zur Sprache kommt, hält es selbst Meerjungfrauen nicht mehr auf den Stühlen. Höchst amüsant war dann noch das Interview mit dem Experten für Rohrverlegung, dem Dr. Rasenschneider, das live in Gebärdensprache „übersetzt“ wurde.

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