Telgter Klinik Maria Frieden schlägt Alarm


Extreme finanzielle Herausforderungen sehen die deutschen Reha- und Vorsorgekliniken. Auch die Telgter Klinik fordert Hilfe. 

Die Krankenhäuser seien darauf angewiesen, ihre Patientinnen und Patienten zügig in eine anschließende Reha entlassen zu können, betont die Klinik Maria Frieden.

Telgte (gl) - Die Reha- und Vorsorge-Kliniken schlagen Alarm. Im Rahmen einer bundesweiten Kampagne von Krankenhäusern und Reha-/Vorsorgeeinrichtungen unter dem Namen „Alarmstufe Rot“ fordert auch die Klinik Maria Frieden Telgte einen sofortigen Inflationsausgleich. Sie warnt vor einem Versorgungskollaps in den Krankenhäusern, wenn diese ihre Patientinnen und Patienten nicht mehr zeitnah in die Anschluss-Rehabilitation entlassen können.

Finanzielle Klinik ist angespannt

Wie die Telgter Klinik erläutert, ist die finanzielle Lage der Klinik ähnlich angespannt wie bei nahezu allen bundesweit 1200 Reha- und Vorsorgeeinrichtungen mit rund 150 000 Beschäftigten. Nachdem sich die Sachkosten und die Kosten für medizinischen Bedarf extrem verteuert hätten, werde die bevorstehende Explosion der Energiekosten viele Reha- und Vorsorge-Kliniken vor extreme finanzielle Herausforderungen stellen. Da die Vergütungssätze, die sie von den Krankenkassen für die Behandlung bekommen, keinerlei Spielraum für etwaige Kostenerhöhungen böten, blieben die Einrichtungen auf diesen Kostensteigerungen sitzen.

„Die größten Sorgen bereiten den Kliniken die anstehenden Preissteigerungen für Strom und Gas“, schreibt die Klinik in einer Mitteilung. Wenn die meist längerfristig bestehenden Lieferverträge mit den Energieversorgern im Herbst ausliefen und höhere Gebühren fällig würden, steigen die Energiekosten von zurzeit rund fünf Euro pro Tag und Patient auf über 20 Euro. Hinzu kämen im November deutlich höhere Personalkosten durch das dann zu zahlende Weihnachtsgeld.

Von Corona weiterhin betroffen

Nach wie vor seien die Reha-/Vorsorgeeinrichtungen außerdem von den Corona-Folgen betroffen. Der Belegungs- und Einnahmerückgang liege bei bis zu 20 Prozent. Unterstützungsmaßnahmen für die Einrichtungen seien zum 30. Juni ausgelaufen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Neuro-Rehabilitation NRW, der die Klinik Maria Frieden Telgte angehört, sieht auch die Politik in NRW in der Verantwortung. Jeder Politiker müsse alles dafür tun, dass die Versorgung der Patienten mit Rehabilitations- und Vorsorgeleistungen sichergestellt bleibe. Wenn Reha- und Vorsorge-Kapazitäten wegbrechen, drohe ein Versorgungskollaps in den Krankenhäusern. Diese seien darauf angewiesen, die Patienten zeitnah in die Anschlussrehabilitation entlassen zu können. „Politik, Krankenkassen und Rentenversicherung müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und eine sofort wirksame Anpassung der Preise möglich machen“, fordert die Klinik.

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