Abrisspläne für Flüchtlingsheim


Lippetal (gl). Neubau oder Sanierung der letzten Sammelunterkunft für Asylbewerber an der Hultroper Straße 77 am nördlichen Ortsrand von Oestinghausen? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Montag der Ausschuss für Jugend, Familien, Senioren, Soziales, Kultur und Sport im Bürgerhaus Herzfeld.

Der Schlichtbau des Flüchtlingsheims in Oestinghausen ist erkennbar in die Jahre gekommen. Dort plant die Gemeinde den Abriss und den Bau mehrerer kleiner Wohneinheiten.

Die SPD-Fraktion hatte zu der Angelegenheit im vorigen Jahr einen Antrag gestellt, weil sie die Zustände im Haus für nicht mehr zumutbar erachtet. Nach Analyse des Zustands der Unterkunft und der Betrachtung der Lippetaler Flüchtlings-Situation legten Bauamt, Ordnungsamt und Bürgermeister Matthias Lürbke folgenden Beschlussvorschlag vor: „Am Standort Hultroper Straße 77 sollen Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen werden, die dem heutigen Wohnungsstandard entsprechen. Hierzu wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die aus Vertretern der Fraktionen sowie Mitarbeitern der Verwaltung besteht.“

Kleinere Wohneinheiten haben sich bewährt

Für die Unterbringung der Flüchtlinge stehen derzeit sechs Gemeinschaftsunterkünfte sowie sieben abgetrennte Wohnungen zur Verfügung. Die Wohneinheiten werden von 95 Personen bewohnt. Es konnte in den vergangenen Monaten allen Alleinstehenden ein Einzelzimmer zur Verfügung gestellt werden. Eine Mehrfachbelegung der Zimmer sei zwar möglich, sollte jedoch vermieden werden. Das bewährte Unterbringungskonzept mit kleineren Wohneinheiten und Einzelzimmern soll weiterhin verfolgt werden, hieß es im Ausschuss.

 Der heute übliche Hygienestandard kann in der Gemeinschaftsunterkunft „Hultroper Straße 77“ nach Auffassung der Verwaltung nur eingeschränkt sichergestellt werden. Die 360 Quadratmeter große Unterkunft wurde im Jahr 1991 in Leichtbauweise errichtet. Die Nutzungsdauer wurde aufgrund der Leichtbauweise auf 25 Jahre geschätzt.

Hoher Renovierungsbedarf

Die Küche und die Sanitäranlagen werden von den Bewohnern gemeinsam genutzt. Zeitweilig waren in dem Gebäude bis zu 30 Personen untergebracht. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem das Dach erneuert, die Fenster ausgetauscht sowie Duschen und Küche überarbeitet. Jedoch weist die Bausubstanz mittlerweile aufgrund der Bauweise sowie der langen und intensiven Nutzung erhebliche Mängel auf.

In Anbetracht des hohen Renovierungsbedarfs und des überholten Konzepts der Sammelunterkunft sollten aus Sicht der Verwaltung an dem Standort mehrere kleinere Wohneinheiten entstehen. Diese sollten sowohl für Familien und kleine Wohngemeinschaften geeignet sein.

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