Ansturm beim Tag des offenen Denkmals



Lippetal (nes) - Einen solchen Ansturm hat das  Wasserschloss Haus Assen bestimmt seit dem 30-jährigen Krieg nicht mehr erlebt: Weit mehr als 100 Menschen versammelten sich am Sonntag vor den Toren des frühneuzeitlichen ehemaligen Adelssitzes und begehrten Einlass in das historische Gemäuer.

Publikumsmagnet: Mehr als 100 Besucher kamen am Sonntagnachmittag nach Haus Assen, um das Wasserschloss zu besichtigen. Obwohl eigentlich nur 50 Gäste angemeldet waren, hieß Lothar Hering, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des auf Assen untergebrachten Kollegs Kardinal von Galen alle Geschichtsinteressierten willkommen.

Doch anders als im 16. Jahrhundert kamen die Eroberer nicht nur in friedlicher Absicht, sondern auch mit Bildungshunger und Heimatliebe: Wie an vielen anderen Orten in der Gemeinde Lippetal öffnete auch Haus Assen zum Tag des offenen Denkmals in der Gemeinde Lippetal seine Pforten. Dabei stellte sich das Wasserschloss als der Publikumsmagnet schlechthin heraus. „Eigentlich sollten nur 50 Besucher mit vorheriger Anmeldung Zutritt haben und an einem geführten Rundgang über das Schlossgelände teilnehmen“, sagte Lothar Hering, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des in Haus Assen ansässigen Kardinal-von-Galen-Kollegs.

Doch Lothar Hering zeigte Herz für die weit mehr als 50 unangemeldeten Gäste, teilte den Besucherstrom auf und beauftragte kurzerhand zwei Schüler des Kollegs, sich der historisch interessierten Lippetaler anzunehmen. Doch nicht nur im Haus Assen, sondern in ganz Lippetal öffneten historische Sehenswürdigkeiten und Denkmäler Tür und Tor für Heimatliebhaber und Geschichtsinteressierte. Ob zu Fuß, per Rad oder gemütlich bei einer Tasse Kaffee, an acht Orten in ganz Lippetal konnten Einheimische und Besucher Geschichte hautnah erleben. Darunter war natürlich das Cuhr-Kölnische Amtshaus in Oestinghausen, besser bekannt als Heimathaus, und Sändkers Windmühle in Heintrop.

Aber auch ganze Dörfer wurden besichtigt, wie in Herzfeld, wo Elisabeth Zinselmeier durch den Ort führte und dabei einen weiten Bogen schlug zu den Ursprüngen der 1225-jährigen Geschichte des Wallfahrtsortes. Viel Natur erleben konnten die Besucher des Denkmaltages dagegen mit Jürgen Riedel, der mit dem Fahrrad die Mühlengeschichte an Lippe und Ahse erkundete. Stationen auf der Radtour waren unter anderem ein Stauwehr, die Kesseler Mühle und die St. Elisabeth-Schleuse. Insgesamt bot der Lippetaler Tag des offenen Denkmals ein sehr vielseitiges Programm, das für Einheimische Wissenswertes und Historisches sowie für Besucher die Schönheit Lippetals in bestem Licht präsentierte.

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