Baugebiet in Hultrop: Wall oder Wand als Lärmschutz?


Wie man die Bewohner eines neu zu entwickelnden Baugebiets vor Lärm schützen will, müssen die Kommunalpolitiker beantworten.

Das Neubaugebiet „Im Erl“ in Hultrop soll gegen die Emissionen der B475 geschützt werden, aber wie?

Hultrop (gl) - Wie sollen die neuen Einwohner des Baugebietes „Im Erl“ an der Bundesstraße 475 in Hultrop von den Emissionen der vielbefahrenen Straße geschützt werden? Das ist eine Frage, die die Politiker noch beantworten müssen, die das Baugebiet entwickeln wollen. In der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses lag das notwendige Schallschutzgutachten noch nicht vor, weil es bei der digitalen Aufbereitung Probleme gegeben hatte. Daher konnten die Politiker und sachkundigen Bürger darüber noch nicht diskutieren. Inzwischen ist das Gutachten allerdings einsehbar und so wird wohl schon im Rat darüber beraten und entschieden.

Wand oder Wall? 

Es geht darum, ob die neuen Häuser „Im Erl“ durch eine Lärmschutzwand oder einen Wall vor dem Straßenlärm und den Abgasen der Fahrzeuge geschützt werden sollen. BG Fraktionschef und Architekt Werner Sander hatte sich die Planungsunterlagen genau angesehen und festgestellt, dass die Planer bei der Zulassung von Flachdächern in zwei Baugebieten unterschiedliche Richtlinien vortragen. Während die Bauherren an der Westfront des Baugebietes „Im Erl“ keine Flachdächer genehmigt bekommen, weil dies dem „harmonischen Ortsbild“ am Ortsrand abträglich erscheint, gibt es die entsprechende Festsetzung auf der anderen Seite des Dorfes „An der Ostlinde“ nicht. 

Satteldach versus Flachdach

Allerdings ist die Situation an beiden Seiten genau gleich. Für die herannahenden Verkehrsteilnehmer liegen die neuen Häuser jeweils links der Bundesstraße. Wer also demnächst aus Richtung Heintrop auf das Dorf zufährt, sieht links Satteldächer, wer aus Richtung Oestinghausen auf das Dorf zufährt, kann, wenn es nach den aktuellen Planvorgaben geht, linker Hand die für das Ortsbild weniger harmonischen Flachdächer erblicken. Bauamts-Leiterin Elisabeth Goldstein zeigte Einsehen, dass solche Festlegungen nicht zuträglich sind und kündigte an, die Planungen in dieser Hinsicht bis zur Entscheidung im Rat konform zu machen.

Glänzende Dachziegel unerwünscht

Diskussionsbedarf gibt es auch noch beim dritten neuen Baugebiet, „Schmale Mersch“ westlich vom bestehenden Baugebiet „Mühlenkamp“ in Oestinghausen. Dort geht es um die Emissionsgutachten wegen des nahe gelegenen Bauernhofs und zwar bezüglich einer möglichen späteren Erweiterung des Baugebietes. Untersagt werden in dem Baugebiet glänzende Dachziegel, die zum Beispiel in Lippborg wegen der Blendwirkung schon für Nachbarschaftsärger gesorgt haben. 

Ausschuss-Mitglied Bernd Winterseel (Grüne) regte an, die Flachdächer im neuen Baugebiet als begrünte oder weiße Flächen auszuweisen, um das Kleinklima dort zu verbessern. Grünflächen oder weiße Flächen heizten sich weniger auf. Dem Vorschlag schloss sich Roland Reelsen (CDU) an. Allerdings müsse bei begrünten Dächern wegen des zusätzlichen Gewichts die Statik entsprechend neu berechnet werden.

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