Der eigene Wein schmeckt zu Ostern besonders gut



Lippetal-Niederbauer (nes) -  Leben mit und aus dem Garten ist für den 77-jährigen Wilhelm Konert aus Niederbauer Programm. Schon in seinem Elternhaus wurde verwertet, was der Garten hergab, insbesondere auch die Früchte zu Wein verarbeitet. Seit mehr als 30 Jahren ist Wilhelm Konert nun selbst Hobbywinzer und wird dabei von Ehefrau Ursula kräftig unterstützt.

Hobbywinzer Wilhelm Konert füllt Wein aus einer Ballon- in eine andere Flasche. Korken rein, Etikett drauf - fertig.

In seinem Eigenheim, das er 1966 in Niederbauer errichtete, lagern im häuslichen Keller literweise edle Tropfen. Etliche sind über Jahre oder auch Jahrzehnte gereift. Der älteste Wein stammt noch aus den 80er-Jahren. Natürlich reckt an der Südseite des Hauses ein Weinstock die Zweige Richtung Sonne.

Zu Wein verarbeitet werden aber nicht nur rote und weiße Trauben, sondern auch Sauerkirschen, Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Pflaumen und anderes mehr. Nachbarn und Freunde liefern an Wilhelm und Ursula Konert, was sie selbst nicht verwerten können. Auf jeden Fall wird auf den Ballonflaschen notiert, wer was geliefert hat. Die Konerts produzieren aber ausschließlich für den Eigenbedarf. Das heißt, der Wein, der im Hause Konert in Niederbauer hergestellt wird, wird der Familie und den Gästen im Haus kredenzt oder innerhalb des Familien- und Freundeskreises verschenkt.

Im Gespräch mit der „Glocke“ zeigte sich, dass die Weinherstellung eine Wissenschaft für sich ist. „Weiße Trauben sollten mindestens 85 Öchsle haben, bei Rotwein sind 95 bis 105 Oechsle wünschenswert. Bei hiesigen Fruchtsorten reicht der Zuckergehalt aber oft nicht aus“, berichtet der Experte und vermittelt, dass nach Zerkleinerung der Früchte sofort der Zuckergehalt mit Hilfe der Oechsle-Waage ermittelt wird. Unter Zugabe von Weinhefe und Hefenährsalz wird dann die Maische zehn Tage vergoren, beim Keltern von den Fruchtrückständen getrennt und in Ballonflaschen gefüllt. „Dabei ist darauf zu achten, dass 15 Prozent als Luftraum bleibt, damit der Wein gären kann“, erzählt Wilhelm Konert.

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