Der Traum vom Industriegebiet lebt



Lippetal-Hovestadt (mag) -  Zwei Sätze ließen die Mitglieder des Bauausschusses am Dienstagabend aufhorchen. Der eine aus dem Mund von Stadtplaner Michael Ahn, der versicherte, „in keinster Weise abgeschreckt zu sein“. Der andere stammte von Lippetals Bürgermeister Matthias Lürbke.

Die Kraft-Wärme-Kopplung als zukunftsweisende Technologie und Standortsvoraussetzung für neue Industriegebietsentwicklungen könnte ein Pluspunkt für die Planungen der Gemeinde Lippetal sein, ein Industriegebiet an der Autobahn 2 zu schaffen. Das Bild zeigt das Kraftwerk Hamm-Uentrop, fotografiert vom Beckumer Höxberg. Im Vordergrund ist die Beckumer Mühle zu sehen.

Der hatte „bislang kein K.o.-Kriterium“ festgestellt. In beiden Fällen ging es um ein Großprojekt, das die gesamte Region nachhaltig verändern könnte. Wenn es denn umgesetzt wird. Die Rede ist vom Zweckgebundenen Industriegebiet „Westfalen“ an der Autobahn 2 auf dem Gebiet der Gemeinde Lippetal. Michael Ahn und Volker Bösing vom Büro „Wolters Partner“ stellten jetzt „Konzeptionelle Überlegungen zur Machbarkeit“ vor.

Ein sperriger Titel, der verrät, warum es nach Meinung von Bürgermeister Matthias Lürbke noch viele Hürden zu überwinden gilt. „Schritt für Schritt“ wolle man das Projekt weiter verfolgen. Ein Beschluss wurde im Bauausschuss nicht gefasst. Die ersten Ergebnisse einer ökologischen Ersteinschätzung und eines möglichen Konzepts trugen die Planer aber am Dienstag vor. Der Anreiz liegt in erster Linie in der Möglichkeit, Energie, Abwärme und weitere Produkte des auf der anderen Lippeseite liegenden Westfalen-Kraftwerks zu nutzen. Hinzu komme eine ausgezeichnete verkehrliche Anbindung und große Abstände zu den nächsten Siedlungsbereichen, wie im Konzept vermerkt ist.

Vom Nutzungsverbund mit dem Kraftwerk profitieren

Michael Ahn fasste zusammen: „Produktionsbetriebe mit intensivem Energiebedarf wie zum Beispiel bei der Aluminium-Produktion bieten sich an.“ Unternehmen könnten vom Nutzungsverbund mit dem dem Kraftwerk profitieren. Bei der ökologischen Ersteinschätzung sind die „Natura-2000-Gebiete“, die von der EU festgelegt sind, Knackpunkte, wie Volker Bösing ausführte. Eine Verträglichkeitsprüfung im Lippe-Gebiet sei unbedingt erforderlich. Genauso wie eine Kartierung, die eine Übersicht über gefährdete Vogelarten bietet.

„Prozess vertiefen“

Die 15 Seiten starke Ausführung der Planer endet mit der Erkenntnis, dass es „sinnvoll ist, das Industriegebiet im Rahmen eines Planungsprozesses vertiefend zu untersuchen und mit relevanten Trägern öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit abzustimmen“. Gestern ist das Konzept an die Bezirksregierung Arnsberg verschickt worden. In einem ersten Schritt müsste ein Änderungsverfahren zum Regionalplan eingeleitet werden.

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