Einen Einblick in die Orangerie gewährt


Lippetal-Brockhausen (gl) - Zwischen den Stacheln der säulenartigen Kakteen sticht eine Blüte nach der anderen hervor. In hellem Weiß erstrahlen sie hoch oben unter dem Glasdach und die lichtüberflutete Orangerie ist erfüllt von einer wohligen Wärme.

Neben den riesigen Säulenkakteen sieht alles andere winzig aus, so auch die Ehepartner Traudel und Dr. Henning Zeidler. Als sie die Tropengewächse einpflanzten, waren diese bloß hüfthoch.

Neben einem großen Tisch reihen sich Regale aneinander, reichlich befüllt mit Gesteinen und Fossilien und die weißen Wände sind geschmückt mit Jagdtrophäen. Überwältigt von den vielen Eindrücken, weiß man gar nicht, wo man zuerst hingucken soll.

„Zeidlers Paradies“ in Brockhausen

Dass man in Brockhausen ist, ahnt man hier nicht. „Das sieht so üppig aus, das muss man einfach sehen“, blickt Traudel Zeidler zufrieden nach oben, um die Größe der blühenden Kakteen zu bewundern. „Zeidlers Shangri-La“, was so viel bedeutet wie „Zeidlers Paradies“, steht auf einem steinernen Schild am Eingang der Orangerie geschrieben – und diese Bezeichnung hat das seit 2004 stehende Gewächshaus zu Recht.

Der Ort erweckt das Gefühl, die ganze Welt sei an einem Ort gebündelt. Es wachsen dort allerlei botanische Schätze aus verschiedenen Ländern, wie etwa Oleanderbüsche von Korsika oder kanarische Kakteen. Seit Anfang Juni erstrahlen die erstaunlich hoch gewachsenen Kaktusgewächse in ihrer ersten großen Blüte. Als das Ehepaar die exotischen Kaktusgewächse, die ursprünglich auf Gran Canaria beheimatet sind, vor vielen Jahren von Bekannten bekam, waren diese gerade mal hüfthoch.

Pflanzen gehen kaum noch durch die Tür

„Jetzt muss man sie drehen und wenden, damit sie durch die Tür passen.“ Um die Säulenkakteen in Blüte erleben zu können, muss man schnell sein: Sie blühen nämlich nur für eine Nacht und am nächsten Morgen ist die Show bereits wieder vorbei.

Da die Zeidlers aber noch zehn, elf Stecklinge haben, werden sie sich an der Schönheit der Blüte bis zur Winterruhe des Gewächses noch mehrmals erfreuen können. „Die Kleinen werden in acht Tagen größer sein und blühen“, erklärt Traudel Zeidler.

Ableger gehen schnell auf

Ihr Mann ergänzt: „Wir schneiden die Ableger mit einem Messer ab, setzen sie in sandige Erde und es bilden sich rasch Wurzeln aus.“ Dass die Kakteen so außergewöhnlich schleunig und hoch wachsen, bringt nicht nur großes Staunen mit sich, sondern auch viel Arbeit.

In Zeiten der Pandemie, in denen das Vereinsleben ruht und große Reisen nicht möglich sind, widmen die Rentner den Pflanzen besonders viel Aufmerksamkeit: Damit diese nicht bis an die Decke reichen, müssen die Eheleute die riesigen Kakteen auf Leitern stutzen, was in dem Ausmaß nicht nur aufwendig ist, sondern auch viel Zeit und Geduld kostet.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.