Einzelgebleiter unterstützen Trauernde


Lippetal (gl) - Ein wenig traurig wirken sie selbst, die beiden Leiterinnen der Lippetaler Trauergruppe. Der Grund: Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie ist ein Präsenz-Treffen der teilnehmenden Trauernden einmal mehr unmöglich. Wohl noch für einige Monate.

Trauernden Menschen stehen (v. l.) .Hildegard Giepen und Stefanie Rosenwick zur Seite.

Weil Hildegard Giepen und Stefanie Rosenwick von ihrem Credo „Trauer braucht Präsenz“ nicht abrücken wollen, wird es nun erst im Herbst wieder eine neue Trauergruppe in Lippetal geben. „Trotzdem wollen wir allen, die unsere Hilfe brauchen, Mut machen“, sagt Stefanie Rosenwick.

Die Pastoralreferentin und Trauerbegleiterin kann zwar in nächster Zeit keine Gruppentreffen anbieten, eine persönliche Begleitung von Trauernden aber schon. „Natürlich darf sich auch jetzt jeder melden, der Hilfe im Trauerprozess braucht“, sagt sie. Hildegard Giepen nickt zustimmend. Sie ist ebenfalls Trauerbegleiterin, macht ein identisches Angebot. „Wir wollen auch jetzt einen Raum bieten für die Trauer. Oft erleben es Trauernde, dass die Menschen im Umkreis mit der Zeit immer weniger Verständnis haben für den Prozess der Trauer. Wir bieten da eine Möglichkeit - und hören zu“, sagt Giepen.

„Trauer braucht Raum, Bestätigung, Erlaubnis und Gemeinschaft“, bringt Stefanie Rosenwick auf den Punkt, was die Arbeit in der Gruppe ausmacht. Eigentlich. Dass diese Gemeinschaft für die letzte Gruppe mehrmals wegen der Pandemie unterbrochen werden musste und schließlich vorzeitig beendet wurde, das habe die Arbeit natürlich nicht leichter gemacht. Dass gerade das Element der Gemeinschaft jetzt in der Einzelbetreuung fehlt, findet Rosenwick schade. Denn die vier bis zehn Gruppenmitglieder, die sich eigentlich zweimal im Jahr an jeweils acht Abenden treffen und austauschen, empfänden in der Gemeinschaft auch ein Gefühl des Aufgehoben-Seins.

 Was die Gruppenarbeit beinhaltet? „Uns geht es darum, die Menschen zu befähigen, dass sie gestärkt ins Leben zurückfinden“, sagt Stefanie Rosenwick. Neue Ideen, eine veränderte Haltung zum Leben, Schritte nach vorne - all das könne in der Trauerarbeit gelingen. Trotz aller Schwierigkeiten machen die beiden Leiterinnen Menschen in Trauer Mut. „Wir freuen uns, wenn die Betroffenen sich einfach bei uns melden. Nach dem ersten Kontakt entsteht oft ganz schnell etwas Vertrautes - und wir finden dann einen Weg, wie wir gemeinsam weitergehen wollen“, sagt Hildegard Giepen.

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