Fusion: Lippborg wird „Filialkirche“ von Herzfeld



Lippetal-Lippborg-Herzfeld (mars) -  „Was kommt auf uns zu? Was passiert mit den kirchlichen Gebäuden, was mit der Gottesdienstordnung?“ Mit der Zusammenführung der Pfarrgemeinden St. Ida Herzfeld und Ss. Cornelius und Cyprian Lippborg zu einer gemeinsamem Pfarrgemeinde wird ab Anfang nächsten Jahres ein neues Kapitel der Kirchengeschichte aufgeschlagen.

Voll besetzt war die Lippborger Pfarrkirche zur Pfarrversammlung der beiden Gemeinden St. Ida Herzfeld und Ss. Cornelius und Cyprian Lippborg.

In einer Pfarrversammlung am Dienstagabend waren alle Interessierten aufgefordert, Sorgen aber auch Erwartungen an die Gremien und Seelsorger zu richten. Die Fusion der bislang rechtlich eigenständigen Pfarrgemeinden ist schon seit langem auf dem Weg. Mit dem 1. Januar 2012 wird es im nördlichen Lippetal nur noch eine katholische Pfarrgemeinde geben. Der Rücklauf der rund 2500 Fragebögen, mit denen Anregungen und Wünsche formuliert werden konnten, sei mit nur zwei Prozent sehr gering. Dennoch: Die Veränderungen beschäftigen offenbar die Gläubigen. Voll besetzt war daher auch die Lippborger Kirche zur ersten Pfarrversammlung in dieser Form. „Was bedeutet das eigentlich für uns?“, diese Frage haben sich schon viele Gemeindemitglieder gestellt.

Insbesondere in Lippborg herrscht offenbar die Sorge, von Herzfeld „geschluckt“ zu werden, da auch die neue Pfarrgemeinde den Namen der Heiligen Ida tragen wird. Die Kirche in Lippborg wird dann nur den Status einer „Filialkirche“ haben. „Dies ist eine Entscheidung des Bischofs“, erklärte dazu Rüdiger Siepmann in einer ausführlichen Präsentation der Hintergründe und Planungen. Eine befürchtete „Entwurzelung“ der Lippborger hierdurch sahen die Verantwortlichen nicht. Insgesamt wurde eines immer wieder deutlich: Der Zusammenschluss ist rechtlich nicht abzuwenden, viel wichtiger sei es, wie die neue Gemeinde mit Leben gefüllt werde. Unabhängig davon wird die seelsorgerische Arbeit über die Bistumsgrenze hinweg mit der sich im südlichen Lippetal bildenden Gemeinde verstärkt. Die Anzahl der Kirchenmitglieder ist insgesamt seit 1970 nahezu konstant, mit rund 1000 Kirchenbesuchern pro Jahr wird jedoch nur noch knapp ein Drittel der Zahlen von damals erreicht. Mit rund 5000 Gemeindemitgliedern wird auch das neue Konstrukt im Bistum sehr klein sein. Die Einheiten tendieren zu 15 000 bis 20 000 Gläubigen pro Gemeinde, erklärte Pfarrer Rolf Lohmann, der sich gemeinsam mit Pater Hans sowie Egbert Bröckelmann und Michael Langerbein von den beiden Kirchenvorständen sowie Peter Wilmers und Bernd Voschepoth für den Pfarrgemeinderat den Fragen stellte.

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