Herzfeld: Café Twin für die nächsten 20 Jahre rüsten


Ein neues Gewand verpassen die Zwillinge Melanie Stratbücker und Bernd Voschepoth ihrem dem Café Twin in Herzfeld. Einiges wird dabei neu.

Der Bauplan und die Realität: Melanie Stratbücker steht in der Baustelle des Café Twin.

Herzfeld (gl) -  Die Zwillinge Melanie Stratbücker und Bernd Voschepoth verpassen dem Café Twin ein neues Gewand und stellen sich für die nächsten 20 Jahre auf. Der Betrieb läuft daher Open-Air. „Nach 20 Jahren an dieser Stelle wollten wir neue Theken anschaffen, haben dann auch über eine neue Bestuhlung nachgedacht“, sagt Melanie Stratbücker. Ein Blick zum Café am Kreisverkehr erklärt, warum: Vor dem Haus steht ein Verkaufswagen und die Eistheke. Zudem erlaubt das Wetter die Nutzung der Außenbestuhlung.

Die Konditor- und Backwaren werden in der Backstube des früheren elterlichen Betriebs an der Diestedder Straße hergestellt. Denn die 150 Quadratmeter Café-Innenraum sind seit Juni Baustelle. Die Außengastronomie vor und hinter dem Haus bleibt.

Im Innern baut das Geschwisterpaar den Verkaufsbereich aus und reduziert die bisher 60 Sitzplätze auf 25. „Wir bekommen eine größere Kuchentheke und schaffen Raum für unsere Geschenkartikel aus eigener Herstellung wie Pralinen und Punsch oder auch Wein von Beißler aus Lippstadt“, erklärt Stratbücker.

20-jähriges Bestehen

Am 15. Juni blickte sie mit ihrem Bruder auf das 20-jährige Bestehen des Konditorei-Cafés zurück, Ende Juli sollten die neu gestalteten Räume eröffnet werden, doch ein Wasserschaden machte diesen Plan zunichte. Zwei Wochen lang legten Bautrockner den Fußboden trocken, jetzt gehen die Arbeiten weiter.

„Wir arbeiten mit Handwerksbetrieben aus der Region, sie konnten sich glücklicherweise alle auf den neuen Zeitplan einstellen“, sagt die 45-Jährige. Wenn alles gut läuft, klappt es am 24. August mit der Wiedereröffnung – aber egal wann: Das 20-Jährige wird dabei gefeiert.

Neue Fenster sind bereits eingesetzt, aus der Decke hängen die Kabel für das Beleuchtungskonzept. In den hinteren Teil des Cafés sind Wände gezogen und damit zwei weitere Räume geschaffen worden. Im Tortenstübchen hat man Ruhe für Kundengespräche, dahinter entsteht ein Einpackbereich zum Verpacken von Waren, die über das Internet im Online-Shop bestellt werden. „Das Torten- und Kuchengeschäft ist unser Steckenpferd, es läuft nach der Pandemie wieder an. Den Online-Shop haben wir mit Beginn der Pandemie entwickelt. Damit haben wir uns für die Zukunft besser aufgestellt – man kann auch Brot und Brötchen darüber bestellen und im Laden an der Schlange vorbei abholen. Wir wollen aber auch am Ort für die Kunden da sein“, führt Stratbücker aus. „Daher bringen wir auch die Elektrik auf den neuesten Stand.“

Nach der Eröffnung gibt es weiter warme Küche für den Mittagstisch, in kleinerem Umfang.

Auszeichnung erhalten

Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen erhielten Bernd Voschepoth und Melanie Stratbücker in Düsseldorf den Ehrenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen „Meister Werk NRW 2022“. Ausgezeichnet werden hiermit „herausragende Betriebe des Lebensmittelhandwerks, die sich auch gesellschaftlichen Anforderungen stellen und regional verankert sind“ , heißt es auf der Internetseite des Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministeriums. Darunter zählt die Wertschätzung handwerklicher Produktion, der Kontakt zu Händlern und Zulieferern aus der Region, das handwerkliche Können und dessen Weitergabe sowie die räumliche Nähe zum Kunden.

Aber auch der Umgang mit modernen Anforderungen unter Rückbezug der Historie spielen eine Rolle sowie gesellschaftliches Engagement, wie jetzt beim Münsterland Sternenlauf – die Aktionen unterstützen die Zwillinge.

Fachkräftemangel zeigt sich

Zudem punktete das Betreiber-Team als Arbeitgeber und Ausbilder. „Wir haben 18 Angestellte, darunter einen Bäcker, Konditoren, Hauswirtschafterinnen Verkäuferinnen und Aushilfen. Wir bilden drei Auszubildende – einen in jedem Lehrjahr – zu Konditoren aus. Früher waren es zwei in jedem Lehrjahr. Wir sind mit allen sehr zufrieden“, lobt Stratbücker ihr Team. Letztlich zeigt sich aber auch hier der Fachkräftemangel und war nebenbei ein weiterer Aspekt der Erneuerung. „Einen großen Servicebereich können wir personell gar nicht mehr leisten. Früher waren wir sonntags zu zehnt, heute sind wir zu fünft. Die letzte Konditoreifachverkäuferin haben wir vor vier Jahren ausgebildet.“ Einstellen würde Stratbücker gerne.

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