Kälte macht es den Landwirten schwer


Lippetal (gl) - „Unter der Folie sind die Grünspargel-Triebe vor der Kälte geschützt, aber die Spitzen im Freiland erfrieren bei den nächtlichen Minus-Temperaturen in diesen Tagen“, sagt Spargelbauer Wilhelm Dieckmann-Großhundorf über einen verspäteten Start der Erntesaison im Bereich von Niederbauer. 

Grünspargel bohrt seinen Kopf durch die Erdoberfläche in Lippetal. Die Temperaturschwankungen beeinflussen das Wachstum.

Vor Kurzem wurde ein Teil der Spargelfelder bereits mit Folie geschützt. Zurzeit wird noch mit „angezogener Handbremse“ gefahren. Wenn es bald wärmer wird, kann zumindest unter Folie der Spargel gestochen werden. Jedenfalls hofft Dieckmann-Großhundorf, dass es bei der Kälteperiode zu Beginn des April bleibt. Wesentlich größer könnten die Probleme werden, wenn Ende April nochmal eine Kälteperiode hereinbricht. Wenn viel Spargel sprießt kann natürlich auch mehr erfrieren. 

„Die extremen Schwankungen bei den Temperaturen, die es schon im Februar und jetzt auch wieder Anfang April gegeben hat, stellen die Pflanzen unter Stress“, stellt Johannes Klewitz, der pflanzenbauliche Berater von der Landwirtschaftskammer, auf dem Versuchsgut Haus Düsse fest. Größere Schäden seien allerdings bei den frühen Feldern wie Raps und Wintergerste nicht zu verzeichnen. Das Wachstum verzögere sich vor allem, weil es an Sonne und damit an Licht fehlt. 

Froh seien die Landwirte hingegen trotz Hagels, Graupels und Schnee über die Niederschläge. Nach der Frühjahrs-Trockenheit in den Vorjahren würden jetzt die unterirdischen Wasserspeicher wieder aufgefüllt. Das werde helfen, im kommenden Sommer mögliche Hitze- und Dürreperioden besser zu überstehen. Wenn es nach den Landwirten gehe, sollten in den kommenden Wochen möglichst bald konstante Temperaturen über zehn Grad Celsius herrschen. Dann könnte sich das Getreide am besten entwickeln.

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