Knapp 9000 Euro Spende in Lippetal fürs Ahrtal gesammelt


Knapp 9000 Euro hat Soester Architekt Arno Biesenbaum für die Opfer der Flut gesammelt. Er war Gutachter für eine Versicherung im Ahrtal.

Architekt Arno Biesenbaum (rechts) überreichte symbolisch die Spende von Handwerkern aus dem heimischen Raum und Freunden an Firmeninhaber Hubert Hohoff und Monika Hohoff, die das Geld für weitere Aufräumarbeiten mit eigenen Mitarbeitern und Maschinen im flutgeschädigten Ahrtal verwenden werden.

Lippetal (gl) - Es war am Ende einfacher, die Spendensumme von 8795 Euro einzusammeln, als sie finanztechnisch im Unternehmen zu verbuchen. Der Soester Architekt Arno Biesenbaum, der als Gutachter für die Provinzial-Versicherung im Ahrtal Schäden an zahlreichen Häusern berechnet und beziffert hat, war von dem Ausmaß der Schäden und dem Unglück der Betroffenen so beeindruckt und erschrocken, dass er bei Freunden und Handwerkern in den vergangenen Wochen eine Sammelaktion durchgeführt hat. Insgesamt 34 Spender gaben ihm Beträge zwischen 10 und 1000 Euro – und so kam die für einen Privatakteur beachtliche Summe von fast 9000 Euro zusammen. 

An Zeitungsartikel erinnert

Wohin aber mit dem Geld? Wer kann damit etwas Wirkungsvolles schaffen, das den Menschen im Überflutungsgebiet wirklich hilft? Arno Biesenbaum erinnerte sich an den Zeitungsartikel über einen Transport ins Ahrtal, den der Lippetaler Bauunternehmer Hubert Hohoff organisiert hatte. Die Familie von Jasmin Donner aus Herzfeld hatte bei einer Hilfsaktion mengenweise Sachspenden gesammelt, sortiert und verpackt. Außerdem hatte die Firma Bübchen 1,5 Tonnen Babypflegemittel gespendet. Alles zusammen transportierte die Firma Hohoff mit Lkw-Fahrer Reinhard Kloppenburg Ende Juli ins Ahrtal. „Jetzt fahren wir mit Man-Power, Bagger, Radlader und Transporter nochmal hin und räumen zwischen Dreck und Schlamm gezielt auf, wo noch was zu tun ist“, verspricht Hubert Hohoff, die Dieselspende dort einzusetzen, wo Not am Mann ist. 

Im Juli mit Maschinen ins Ahrtal

Schon im Juli waren einige seiner Leute und Maschinen zur Hilfe ins Ahrtal ausgerückt und hatten unter hohem Verschleiß von Reifen und mit viel Treibstoff tüchtig mit zugepackt. Schwierig hingegen erwies sich wie fast schon erwartet die Verteilung der Spendengüter, die die Familie Donner und die Firma Bübchen organisiert hatten. Zwei volle Lkw mussten im Ahrtal ankommen. Doch wo sollten sie abgeladen werden? Schließlich war das Spendenaufkommen aus Deutschland für die Hilfsorganisationen sowieso schon ein großes logistisches Problem. Hubert Hohoff fand nach längerer Recherche – „fünf vor zwölf, bevor man alles auf einmal hätte abkippen müssen“ – eine erfolgreiche Lösung. Er entdeckte die Aktivitäten des Landfrauenvereins aus Ahrweiler auf einer Internetseite. Beide Parteien waren sofort Feuer und Flamme für diese Lösung.

Die bestens sortierten Kartons und Kisten konnten in einer Schützenhalle abgeladen werden, die die Landfrauen aus dem Ahrtal angemietet hatten. Inzwischen werden die Spenden, darunter Bekleidung, Spielzeug, Haushaltsartikel von den Landfrauen dezentral dorthin verteilt, wo sie gebraucht werden. Zum Beispiel dort, wo Familien ihre Wohnungen wieder bezogen haben.

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