Lippborger Narren nehmen die Euro-Krise auf die Schippe



Lippetal-Lippborg (mars). Sie stehen schon in den Startlöchern, die Aktiven des Lippborger Karnevals. Nicht nur die Sitzung ist bereits geplant, auch die Wagenbauer sind längst dabei, ihre kreativen Ideen in die Tat umzusetzen.

Beim KKL stehen alle Zeichen auf Karneval. Während der Versammlung der Wagenbauer gab es nicht nur technische Tipps, auch das Motto der neuen Session wurde bekannt gegeben. Unser Bild zeigt (v. l.) Lothar Rinke, Roger Urbansky, Burkhard Gieshold und Josef Riepe.

Höchste Zeit also für die Versammlung der Wagenbauer, zu der der Kulturkreis Lippborg unter Vorsitz von Roger Urbansky am Samstagabend eingeladen hatte. Rechtliche Anforderungen des TÜV und die Festlegung eines Sessionsmottos standen dabei im Mittelpunkt.

Es war wohl noch nie so schwer für die Wagenbauer, ein ansprechendes Motto für die Karnevalssession 2011/2012 zu finden. Hin und her überlegten sie, reimten und verwarfen die Ideen wieder. Aus vielen Vorschlägen erarbeiteten sie mühselig: „Lippborg außer Rand und Band trotz Dauerkrise im Euroland“. Zu dieser närrischen Thematik sind die Jecken nicht nur aus Lippetal eingeladen, in Lippborg die Fünfte Jahreszeit zu feiern.

Doch bei aller Narretei müssen auch strenge Vorschriften eingehalten werden. Aufgrund von Nachfragen in den vergangenen Jahren hatten die Verantwortlichen mit Josef Riepe vom TÜV Nord daher einen Fachmann eingeladen, der Rede und Antwort stehen konnte. Vor allem die Regelungen hinsichtlich des Zusammenspiels zwischen Gewicht des Wagens und der Zugmaschine führte zu Diskussionen. „Wir wollen doch keine Schlepperparade. Gerade die kleinen Trecker bieten doch auch dem Fahrer eine bessere Übersicht und damit mehr Sicherheit für die Zuschauer“, lautete ihr Einwand auf die Vorschrift, dass der Trecker das doppelte Gewicht des Wagens auf die Waage bringen muss, sofern nicht mit einer Auflaufbremse gefahren wird.

Dass alle am Zug beteiligten Fahrzeuge zunächst die technischen Voraussetzungen erfüllen, wird am 15. November genau unter die Lupe genommen. Zwischen 8 Uhr und 12 Uhr müssen die Aktiven ihr Fahrzeug dem TÜV-Sachverständigen vorstellen. Die Spedition Paul Hohoff stellt hierzu wieder ihre Werkstatt zur Verfügung.

Insgesamt, da sind sich die Verantwortlichen aber sicher, wird es im nächsten Jahr wieder einen sehenswerten Karnevalsumzug am Rosensonntag geben. Um Wurfmaterial werden sich die Gruppen erneut selber kümmern. „Bitte nehmt mit der Musik aber Rücksicht auf die Spielmannszüge”, lautete der wiederholte Appell von KKL-Präsident Roger Urbansky. Auch soll es im nächsten Jahr wieder eine Sommerparty geben, damit den Aktiven die Zeit zwischen Aschermittwoch und dem nächsten 11. im 11. nicht ganz so lang wird.

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