Männersache: Hier blühen Jungs auf



Lippetal-Herzfeld-Lippborg (mag) - Wann ist der Mann ein Mann? Auf Herbert Grönemeyers Frage können die mehr als 20 Jugendlichen nach ihrer wochenlangen Workshop-Arbeit ganz sicher eine Antwort geben. Denn sie haben sich intensiv mit typischen Tätigkeiten für Jungs beschäftigt.

Stolz auf ihre Arbeit: Die Teilnehmer des Workshops des Arbeitskreises „Lebensfragen – Glaubensfragen“ präsentierten unter anderem einen selbst gefertigten Tisch. Das Bild zeigt (v.l.) Jan, Matthias, Patrick, René, Nicolas, Bastian, Christoph, Nico, Alexander und Betreuer Theo Maduch (vorne). 

Und dabei manch ein interessantes Hobby entdeckt.  „Rettet unsere Söhne! Sind Jungen die Verlierer unserer Gesellschaft?“ Unter diesem Motto hat der Arbeitskreis „Lebensfragen – Glaubensfragen“ des Pfarrgemeinderates angeregt, sich mit der Rolle von Jungen in der Gesellschaft zu befassen. Die Gruppe fragte sich, ob es Handlungsbedarf gebe, spezielle Angebote zu schaffen.

Und die hat der Arbeitskreis nicht nur gefunden, sondern gleich in die Tag umgesetzt. So schraubten die Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren an einer Mofa herum, wechselten Reifen, führten Ölwechsel durch oder reparierten Fahrräder. Immer dabei, wenn Fragen aufkamen: Theo und Georg Maduch, die die Gruppen betreuten und selbst kräftig mit anpackten. „Die Jungs waren richtig begeistert“, zieht Theo Maduch eine positive Bilanz. Und auch Initiatorin Eva Jacob freut sich über das Engagement und die Leidenschaft, mit der die Teilnehmer ihre Tätigkeiten ausgeführt haben: „Mit so vielen Jugendlichen hatten wir im Vorfeld nicht gerechnet.“ Der kabarettistische Einstieg mit zwei Künstlern von „Emscherblut“ habe Interesse für das Thema geweckt.

Stolz setzten sich die Jungen an den selbst gefertigten Tisch, an dem sie zum Abschluss ihre Pizza genossen. Zeit, zurückzublicken und sich zu fragen, was besonders Spaß gemacht hat. Und was die Jugendlichen gelernt haben. „Ich habe viel über Fahrzeugtechnik erfahren“, sagt Patrick Bruschwitz (13) aus Herzfeld. Zwei der drei Workshops gehen bereits zu Ende. Mit den Ergebnissen sind die Teilnehmer hoch zufrieden.

Eine Gruppe trifft sich weiter, um eine Seifenkiste mit elektrischem Antrieb zu bauen. Wenn das keine Herausforderung ist: „Wir haben es zuerst mit einem Scheibenwischermotor versucht“, erklärt Theo Maduch. Doch schnell merkte die Gruppe, dass das noch nicht die optimale Lösung war. Es darf also weiter gewerkelt werden. Alle Männer der Gemeinde sind weiterhin aufgerufen, sich in einer Jungengruppe zu engagieren. Ob Holzhandwerk oder sportliche Aktivitäten – der Arbeitskreis ist für Anregungen offen.

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