Maiszünsler in Lippetal auf dem Vormarsch


Lippetal (gl) - Auch in Lippetal hat der Maisanbau in den vergangenen Jahren stark zugekommen  und zunehmend haben die Landwirte mit dem Maiszünsler zu kämpfen.

Dunkle Wolken ziehen über manchen Beständen auf, wenn der Maiszünsler sich in die Stängel der Maispflanzen frisst. Auch in Lippetal sind die Schädlinge registriert worden, ebenso in Werl und Ense.

Im Kreis Soest wird auf zirka 10 000 Hektar Mais angebaut – und Experten gehen davon aus, dass auf betroffenen Flächen mit erhöhten Schäden durch die Raupen des unscheinbaren Kleinschmetterlings zu rechnen ist. In der heimischen Region ist das Vorkommen des Schädlings seit zirka 20 Jahren verbürgt. Derzeit wird das Aufkommen des Maiszünslers im Kreis Soest auf Flächen südlich der B1 und in den Gemeinden Lippetal und Ense eingegrenzt. „Über die Jahre hat der Befall durch den Maiszünsler deutlich zugenommen“, erklärt Johannes Klewitz, Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer auf Haus Düsse. „Besonders das nördliche Lippetal verzeichnet durch seine schweren Böden einen Befall von 15 bis 35 Prozent und gilt als Hotspot“, sagt Klewitz. 

Um den Befall abschätzen zu können, setzt man auf ein Zuflugs-Monitoring. Dazu können von den Landwirten Lichtfallen aufgestellt werden, die dann Aufschluss über das Aufkommen geben. Je mehr Daten gesammelt und ausgewertet werden, desto differenzierter kann die Risikobewertung für bestimmte Gebiete eingeschätzt werden. Dabei ist die Kompetenz der Landwirtschaftskammer mit den vielfältigen Informationen, die dort zusammen laufen, immer eine Anlaufstelle. 

Verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung

Hintergrund: Der zwei Zentimeter große Schädling mit einer Flügelspannweite von drei Zentimetern legt seine Eier an der Blattunterseite der Maispflanzen ab. Sind die Larven geschlüpft, fressen sie sich innen im Stängel nach unten, wo sie überwintern. Durch den Bohrfraß wird die Versorgung der Pflanze beeinträchtigt, auch die Stabilität leidet, bei Regen oder Wind knicken die Maispflanzen leichter ab. Zudem entstehen Infektionsstellen, die Pilzerkrankungen fördern und faulen können. Besonders gefährdet sind schwere Böden und Regionen, wo viel Mais, zum Beispiel für Biogasanlagen, angebaut wird.

Als präventive Maßnahme gegen die Verbreitung wird das Mulchen empfohlen. Wenn im September/Oktober der Mais geerntet wird, bleiben nach der Ernte noch die Stängel stehen. In betroffenen Gebieten geht man daher dazu über, mit einem Mulcher die Reststände, so tief wie möglich, zu zerkleinern, und damit dem Schädling die Überwinterungsmöglichkeit zu entziehen.

Enges Zeitfenster muss eingehalten werden

 Eine weitere, biologische Bekämpfung kommt durch das Ausbringen einer Schlupfwespe (Trichogramma brassicae) zum Einsatz. Sie legt ihre Eier in diejenigen des Maiszünslers. Dazu gibt es aber nur ein ganz enges Zeitfenster, eben nur solange, bis es beim Zünsler zum Larvenstadium kommt. Der Einsatz ist bisher eher selten. Auch die Verwendung chemischer Präparate ist nur in diesem begrenzten Zeitraum möglich. Da die Maispflanzen ungefähr zwei Meter hoch sind, muss eine selbstfahrende Pflanzenschutzspritze mit großer Bodenfreiheit eingesetzt werden. Dies können in der Regel allenfalls spezialisierte Lohnunternehmen leisten – und die Landwirte müssen eine genaue Kosten-/Nutzenrechnung aufstellen. 

Die Kammer empfiehlt aufgrund ihres Monitorings lediglich auf insgesamt 500 Hektar eine chemische Behandlung. Mittel der Wahl bleibt es deshalb, die weitere Ausbreitung zu unterbinden.

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