Mehr Lebensqualität dank E-Rikschas


Die Tagespflege im St.-Ida-Stift geht in Sachen Mobilität neue Wege. Künftig werden dort die Senioren mit E-Rikschas kutschiert.  

Die Vorfreude aufs Rikschafahren ist  bei den Beteiligten (stehend, v. l.) Katrin Dick, Natalia Falk-Simon, Markus Lösmann, Andreas Bellenhorst, Andreas Kutschenreiter und Reinert Hüpper groß. In der Rikscha sitzend freuen sich (v. l.) Antonia Suermann und Gerda Buschkühl auf ihren ersten Ausflug.

Lippetal (gl) - Für die Besucher der St.-Ida-Stift Tagespflege gibt es ab sofort einen besonderen Höhepunkt: Drei Elektro-Rikschas stehen bereit, um die in ihrer Mobilität eingeschränkten Bewohner an Orte zu bringen, die sie sonst zu Fuß nicht erreichen könnten.

„Wir sind vor einiger Zeit auf diese Fahrzeuge aufmerksam geworden, und nachdem wir damit ein paar Kilometer Probe gefahren sind, waren wir absolut begeistert“, erzählt Reinert Hüpper, Seelsorger und Ehrenamtskoordinator der katholischen Pflegeeinrichtungen in Soest (Kapeso).

Sponsoren fördern Projekt

Nachdem der Antrag auf drei Fahrrad-Rikschas gestellt war, beteiligten sich der Diözesan-Caritas Verband Paderborn, die Caritas-Stiftung des Erzbistums Paderborn und die Sparkasse Lippstadt bei der Anschaffung. „Unser Ziel ist es, den Bewohnern mit diesem Projekt ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Diese Fahrten sollen sie mobiler machen und einen Mehrwert an Beschäftigung bieten“, betont Hüpper.

Zwei Passagiere gleichzeitig möglich 

Da viele Bewohner im St.-Ida-Stift in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, soll dieses Angebot eine Abwechslung im Alltag darstellen. Barrieren der Mobilität werden abgebaut, und auch für Schwerstpflegebedürftige sollen Ausflüge ins Dorf, die Natur oder zum Friedhof ermöglicht werden. Zudem können in einer Rikscha immer zwei Bewohner gleichzeitig transportiert werden, was dazu führt, dass soziale Kontakte untereinander geknüpft und Einsamkeit vermieden werden kann. Hüpper ist sich sicher, dass die Elektro-Rikschas sehr gut angenommen werden, obwohl die Ausfahrten nur bei gutem Wetter stattfinden können.

Geschulte Mitarbeiter gefragt

Für die Fahrten braucht es geschulte Mitarbeiter sowie vor allem Ehrenamtliche. Hauptamtliche Mitarbeiter alleine können das neue Angebot nicht stemmen. „Wenn Interesse besteht, können auch jugendliche Helfer die E-Rikschas fahren“, sagt Hüpper. Nach einem Tag Ausbildung durch die Firma Allround, in der unter anderem Technik, Fahrweise, Sicherheit und das Verhalten im Straßenverkehr gelehrt wurden, bekamen die Teilnehmer einen Rikscha-Führerschein ausgestellt. „Ich kann mir vorstellen, bei gutem Wetter fünf oder sechs Stunden mit dieser Rikscha zu fahren“, sagt Andreas Kutschenreiter, der seit fünf Jahren Ehrenamtler im St.-Ida-Stift ist.

Mehr Zeit mit Bewohnern verbringen

Für Andreas Kutschenreiter ist ein Aspekt besonders wichtig: „Es geht darum, mehr Zeit mit den Bewohnern zu verbringen und sie zu den Orten zu bringen, die sie sich wünschen und selbst bestimmen.“ Viele Bewohner kämen aus der Umgebung. Da sei es möglich, sie für einen Besuch nach Hause zu fahren. Auch der Schlosspark sei für sie oft nicht erreichbar. „Das alles wird mit der Elektro-Rikscha ermöglicht“, sagt Kutschenreiter. Während der Fahrt sind die Fahrer dabei sowohl unfall- als auch haftpflichtversichert.

Senioren an Angebot interessiert

„Ich finde dieses Angebot sehr gut und würde es gern in Anspruch nehmen. Die Sitze sind auch sehr bequem“, sagt Bewohnerin Gerda Buschkühl. Am liebsten würde sie in der E-Rikscha zum Einkaufen und in die Basilika fahren. Auch Antonia Suermann ist von der Idee begeistert: „Für Leute, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, ist das Angebot sehr gut. Wenn es möglich ist, würde ich gerne jeden zweiten Tag fahren.“ Die Bewohner der Tagespflege sind voller Vorfreude. Denn sobald die Sonne scheint und die Straßen wieder trocken sind, geht es für sie auf große Fahrt.

 

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