Mit Fadenwürmern gegen den Schädling


Lippetal (gl). Es juckt, es brennt, es kommt zu Hautausschlägen und Atemwegseinschränkungen: Immer mehr Menschen kommen mit den Gifthaaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt. Durch Klimakrise und Erderwärmung breitet sich die unliebsame Raupe immer weiter aus. Auch in Lippetal.

Etwa 14 Tage nach dem ersten Besprühen mit Fadenwürmern wird es einen zweiten Behandlungsgang geben. Bei Regen und starkem Wind wird der Einsatz verschoben.

 Seit einigen Jahren sind die Mitarbeiter von Straßen-NRW der Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift dabei, den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen. Neben der Absaugung, die weiter vorgenommen wird, bekommen sie jetzt Unterstützung - und zwar rein biologisch: Fadenwürmer, sogenannte Nematoden, nehmen ihren Dienst auf. „Die Nematoden sind in einer Spritzbrühe enthalten, die wir in den Abendstunden an Geh- und Radwegen im ganzen Kreis über rund 700 betroffene Bäume versprühen“, klärt Jörg Güthoff von der Straßenmeisterei Erwitte auf.

Sie heften sich zur Vermehrung an die Raupen des Eichenprozessionsspinners und sondern ein Bakterium ab, das die Raupen tötet. „Die toten Raupen sind für den Menschen nicht länger gefährlich“, weiß Güthoff. „Die kleinen allergieauslösenden Härchen sind bis dahin noch nicht ausgebildet.“ Überdies stellen Nematoden für Mensch und Tier kein Risiko dar. „Nematoden können sich nicht an Warmblüter heften“, so der Experte. „Man darf die mit Fadenwürmern angereicherte Spritzbrühe auch in direkter Nähe von Gewässern, Trinkwasserbrunnen und Naturschutzgebieten einsetzen“, weiß Güthoff.

Nematoden kämen überall in der Natur vor und seien als unbedenklich eingestuft. Allerdings vertragen die kleinen Nützlinge keine UV-Strahlung und keine große Hitze. Deshalb wird im Kreis Soest den Eichenprozessspinnern bis in die Nachtstunden hinein der Garaus gemacht.

Loslegen sollten die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Erwitte am Montag dieser Woche. Ab 20 Uhr starten stets die Sprüharbeiten. „Wir werden etwa vier Wochen abends bis in die Nacht hinein an Geh- und Radwegen im Kreis unterwegs sein“, fasst Güthoff zusammen. Begonnen wird im Raum Lippetal.

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