Renaturierung bietet Vögeln eine gute Grundlage


Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) sieht in Lippetal Erfolge bei der Arbeit im Naturschutz, wenn es um die Situation der Störche geht.

Lippetal (gl) - Deutlich mehr Brutpaare, etwas weniger Nachwuchs als im letzten Jahr und insgesamt eine gute Saison für die Weißstörche: Birgit Beckers von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) in Lohne spricht von „Erfolgen bei der Arbeit im Naturschutz“. Das meint sie mit Blick auf die Situation für die Störche in Lippetal. Vor allem in den Ahsewiesen, aber auch in Herzfeld und Hovestadt oder in Lippborg fühlten sich die Weißstörche auch in diesem Jahr wohl. Von den kreisweit 44 Paaren (Vorjahr: 33) brüteten elf ihren Nachwuchs in Lippetal aus. „Wir freuen uns darüber, dass es immer neue Brutplätze gibt. In diesem Jahr hat ein Paar sogar das Rathaus in Lippetal ausgewählt“, freut sich Birgit Beckers über die vielen Besucher. 

Anstieg der Brutstätten und -paare ein Trend

Der Anstieg der Brutstätten und -paare sei ein Trend, der landesweit zu beobachten war. Mit einer Quote von nur 1,6 Jungstörchen pro Brutpaar habe es in diesem Jahr allerdings etwas weniger Nachwuchs gegeben als in den Vorjahren, in denen die Quote bei 2,0 lag. „Das hängt mit der kalten Periode im Mai zusammen, als die älteren Jungstörche schon so groß waren, dass sie nicht mehr von ihren Eltern unter dem Gefieder gewärmt werden konnten“, so die ABU-Geschäftsführerin. Zudem habe es in der Hellinghauser Mersch viele Paare gegeben, die in den Bäumen gebrütet hätten. Und da habe es dann „manche Abstürze der Horste“ gegeben. 

Nahrungsangebot ist ausreichend

Vorteilhaft für die Störche in Lippetal: Das Nahrungsangebot sei in diesem Jahr ausreichend und gut gewesen. „Insgesamt war das ein guter Bruterfolg und der Bestand ist gesichert.“ Inzwischen sind viele Storchennester längst verlassen. Viele der Vögel sind schon auf den Weg in den Süden. Die meisten überwintern nach Angaben der ABU in Spanien. „Es gibt einzelne Jungstörche, die noch da sind. Und wenn in diesen Tagen größere Ansammlungen auf abgemähten Feldern zu sehen sind, dann handelt es sich in der Regel um durchziehende Störche auf dem Weg in den Süden“, berichtet Birgit Beckers. Das Kuriose: Ein Storchenpaar aus Dinker bleibe nun schon seit Jahren über den Winter hier. Und auch in der Disselmersch gebe es ein Paar, das manchmal bleibe und manchmal den Flug gen Süden antrete. „Solche Paare sind und bleiben aber eine seltene Ausnahme.“

Im September geht’s gen Süden

Spätestens Ende September dürften auch in diesem Jahr sämtliche Störche bis auf diese seltenen Ausnahmen den Weg gen Süden angetreten haben. Schon im Februar, meistens aber erst im März kehren die Störche dann zurück. „Oft kommen die älteren Störche zuerst, die Jungstörche kommen etwas später, weil sie ja neu siedeln müssen“, sagt ABU-Geschäftsführerin Birgit Beckers. Immer wieder komme es dabei auch zu echten Kämpfen um einen Horst, den meistens aber die Altstörche gewännen. Kommen die Störche immer wieder ins gleiche Nest? „Ältere kennen ihre Horste und kehren wieder zurück. Aber auch bei Jungstörchen sehen wir immer wieder welche, die wir selbst beringt haben. Das ist nett zu verfolgen“, erklärt Beckers eine vorhandene Verbundenheit der Vögel ins Lippetal. 

Für die echte Erfolgsgeschichte der Störche in Lippetal sieht Beckers handfeste Gründe. „Wir haben mit der Renaturierung der Lippe und auch mit den Ahsewiesen viel Energie in den Naturschutz gesteckt. Jetzt reagiert die Natur und wir haben Erfolge.“ Die Störche bräuchten einen entsprechenden Lebensraum. „Sie hätten sich nie und nimmer angesiedelt, wenn die Maßnahmen zur Renaturierung nicht erfolgt wären“, betont die ABU-Geschäftsführerin.

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