Schützen feiern Jubiläum erst 2026


Herzfeld (gl) - Für die Schützenbruderschaft St. Ida Herzfeld fällt das Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen des Vereins in diesem Jahr ins Wasser. Im Vorstand sei man sich schnell einig gewesen, die Hoffnung aufs Fest frühzeitig zu begraben, erklärte Vorsitzender Alfons Willenbrink.

Tristesse unter der Vogelstange: In Herzfeld werden auch in diesem Jahr (von links) Nadine und Claudius Tappe, Alfons Willenbrink, Christoph Renner und Engelbert Mengelkamp auf Schützenfest und Ruggen verzichten müssen. Keine Feier, aber einen Pin gibt es zum Jubiläum der Ida-Schützen.

Stattdessen wolle man nun im Jahr 2026 jubeln – zum 155-jährigen Bestehen der Bruderschaft. „Wir haben uns für die Verschiebung des Jubiläums um gleich fünf Jahre entschieden, damit wir wieder Planungssicherheit haben“, meinte Oberst Engelbert Mengelkamp. Denn die Feiern für ein Großereignis mit mehr als 1500 Gästen nur um ein Jahr zu verschieben, das sei dem Vorstand angesichts der anhaltenden Pandemie zu unsicher. „Großes Verständnis“ habe es bei den Vertragspartnern für diese Entscheidung gegeben.

Richtiges Schützenfest feiern und keinen „Maskenball“

Christoph Renner als zweiter Vorsitzender brachte die Einstellung des Vereins auf den Punkt: „Für uns ist es wichtig, ein richtiges Schützenfest zu feiern und keinen Maskenball.“ Betroffen von der diesjährigen Absage ist neben dem Jubiläum damit auch das normale Schützenfest. Eine Folge: Das amtierende Königspaar Claudius und Nadine Tappe geht im Sommer schon in das dritte Jahr seiner Regentschaft. „Wir sind dem Königspaar und dem Hofstaat sehr dankbar, dass alle das mittragen“, machte Alfons Willenbrink den Majestäten nebst Gefolge ein Kompliment. König Claudius Tappe dagegen spricht von „einer Selbstverständlichkeit, für die es aus unserer Sicht gar keine Alternative gibt“. Dieses „Uns“ betrifft im Falle des amtierenden Königspaares immerhin knapp 50 Paare des Hofstaates, die alle noch immer auf ihr richtiges Schützenfest warten. Es war der 29. Juli 2019, als Claudius Tappe am finalen Montag des Schützenfestes der Königsschuss gelang. Noch am Abend zeigten sich der neue Hofstaat und das Königspaar in schönster Kleidung, feierte die ganze Nacht hindurch. Ein Grund fürs ausgelassene Treiben: Seit 1973 hatte es kein Vollerwerbslandwirt mehr geschafft, den entscheidenden Schuss abzugeben. Und weil ein Landwirt nun einmal zu feiern versteht, gab es im großen Verwandten- und Bekanntenkreis kein Halten mehr. Das galt auch noch für den Besuch des Schützenfestes nebenan in Lemkerholz, wo das Königspaar Tappe als Gast mitfeierte. Danach war erstmal Schluss.

Die Erinnerungen wach halten

Seit im Frühjahr 2020 das Corona-Virus allen Festen den Garaus machte, warten die Tappes nun auf die Krönung ihrer Regentschaft. Trotz des ausgefallenen Festes haben sie sich im vergangenen Jahr aber nicht verkrochen. „Wir haben bei denen, die gekränzt hatten, einen Schnaps vorbeigebracht“, erinnert sich Königin Nadine. Und auch in diesem Jahr wolle man sich etwas einfallen lassen, um die 958 Schützenbrüder bei Laune zu halten. Das will auch der Vorstand. Während es 2020 am Schützenfestwochenende vom Verein gesponsertes Bier zum Mitnehmen gab, soll es in diesem Jahr auch eine Bier-Aktion geben.

Zudem sollen die Jubiläums-Pins verteilt werden, um die Erinnerung an die Feste und Bräuche wach zu halten. Spätestens 2023 gibt es keine Alternative mehr zum echten Schützenfest. Dann nämlich jährt sich die Regentschaft des letzten Vollerwerbslandwirtes zum 50. Mal. Annemarie Knierbein geborene Wessel will dann als 107-Jährige das 90-jährige Jubiläum ihrer Königinnen-Würde begehen.

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