Über Konrad Adenauer lässt sich viel erzählen...



Lippetal-Herzfeld (nes). Als Dr. Konrad Adenauer 1949 erster Kanzler der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland wurde, lag eigentlich schon ein ganzes Leben hinter ihm. Schließlich war er zu dieser Zeit schon 73 Jahre alt.

Nach dem bemerkenswerten Vortrag im Foyer der Lippetalschule bedankte sich (v. l.) Pastor Gereon Beese bei Sven-Georg Adenauer.

Im Programm des Herzfelder Wallfahrtsjahres erzählte am Dienstag sein Enkel Sven-Georg Adenauer, Landrat des Kreises Gütersloh, aus dem Leben seines Großvaters. Nach der Begrüßung durch Pastor Gereon Beese gratulierten die Gäste im Forum der Lippetalschule dem Landrat zu dessen 52. Geburtstag mit einem Ständchen. Sven-Georg Adenauer, rief ins Gedächtnis, dass sein Großvater bei einer Umfrage 2003 zum „größten Deutschen“ gewählt worden war. Das sei eine tolle Botschaft gewesen und gleichzeitig ein Signal, dass er bei Jung und Alt bekannt sei.

Konrad Adenauer, der Oberbürgermeister von Köln war und 1948 mit seiner eigenen Stimme erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wurde, sei nicht nur als kluger Kopf in die Geschichte eingegangen sondern auch als hervorragender Organisator und Erfinder, der sich Neuheiten patentieren ließ, beispielsweise das Kölner Brot aus Maismehl, Wurst aus Soja sowie ein beleuchtetes Stopfei. Als größte Tat seines Großvaters rief Adenauer junior die Befreiung der deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion ins Gedächtnis. Überliefert sei aber auch das gute Verhandlungsgeschick Adenauers mit den Allierten sowie dessen freundschaftliches Verhältnis zu Charles de Gaulle. Ein Fehler des Großvaters, der als Kanzler 14 Jahre im Amt war, sei gewesen, dass er nicht rechtzeitig für Nachwuchs in der CDU gesorgt habe. Schwierig sei die Zeit des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus gewesen.

Sven-Georg Adenauer hat seinen Großvater als liebenswerten Mann mit großer Autorität in Erinnerung. Konrad Adenauer hinterließ aus zwei Ehen sieben Kinder. In seinem ehemaligen Wohnhaus in Rhöndorf kommen alle Familienangehörigen, rund 80 Personen, bis heute am 2. Weihnachtsfeiertag zusammen.

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