Viel Dank und Lob an Liboria und Annuntiata


Nach 30 Jahren nahmen die Ordensschwestern Liboria und Annuntiata Abschied. Sie zieht es nach Xanten. 

Mit Blumen sagte Pfarrer Jochen Kosmann Danke an Schwestern Annuntiata (l.) und Liboria.

Herzfeld (gl) - Die St.-Ida-Basilika war am Sonntagmittag, 16. Januar – so weit es die Regeln in der Corona-Pandemie zuließen – sehr gut besucht. Viele Herzfelder wollten es sich nicht nehmen lassen, „ihre“ lieb gewonnenen Ordensschwestern Liboria und Annuntiata nach der Messe mit Pfarrer Jochen Kosmann zu verabschieden.

Nach 30 Jahren ist Schluss

Mehr als 30 Jahre wirkten die Schwestern des Katharinenordens in St. Ida. Doch jetzt – nach 75 Jahren – endet die Zeit des Katharinenkonvents in der Gemeinde Lippetal. Zum Schluss der Messe stimmte der St.-Ida-Chor unter der Leitung von Jörg Bücker gemeinsam mit der gesamten Gemeinde den Kanon „Viel Glück und viel Segen“ an.

„Normalerweise würden wir nach der Messe zu einem feierlichen Empfang ins Haus Idenrast einladen, denn das war ja wie ein Zuhause für die Schwestern, doch wegen Corona ist solch ein Empfang nicht möglich“, sagte Pfarrer Jochen Kosmann. Doch Not macht erfinderisch, und man baute den Ordensschwestern nach der Messe mit zwei Stühlen und Tischen und mit Abstand einen kleinen „Empfangsbereich“ in der Basilika auf.

Doch zunächst ergriff die stellvertretende Bürgermeisterin Margret Strunk das Wort. „Ihr Wirken hier im Wallfahrtsort hat für uns wie auch für Sie bleibende Spuren hinterlassen“, sagte sie. „Sie, liebe Schwester Liboria, waren in der Familienpflege tätig, sprangen dort ein, wo Hilfe benötigt wurde.“ Schwester Liboria habe Familien unterstützt, wenn plötzlich die Mutter erkrankt sei.

Hilfe für Familien

 „Der Haushalt und die Kindererziehung liefen dank Ihrer Hilfe weiter rund.“ Darüber hinaus sei die Schwester viele Jahre lang im Besuchsdienst des St.-Ida-Stifts aktiv gewesen. „Diese Gespräche sind es, die den Bewohnern so viel bedeuten und wofür sie nach wie vor so dankbar sind“, so Strunk.

Auch Schwester Annuntiata habe ihre Zeit und ihr Schaffen Gott und den Menschen gewidmet, fuhr Margret Strunk fort. „Die häusliche Pflege der älteren und kranken Mitmenschen war nicht nur Beruf, sondern wirkliche Berufung“, hob sie hervor. 

Pionierarbeit in der Messdienerausbildung

Schwester Annuntiata habe gerne im Frauenchor St. Ida gesungen und sich im Besuchsdienst engagiert. „In der Messdienerarbeit haben Sie ab Mitte der 1990er Jahre, damals noch zusammen mit Schwester Theresia-Maria, Pionierarbeit geleistet“, lobte die stellvertretende Bürgermeisterin. Ihrem Engagement sei es zu verdanken, dass ganze Kommunionjahrgänge in die Messdienergemeinschaft aufgenommen wurden.

Außer dem Dienst am Altar unternahm Schwester Annuntiata gemeinsam mit den Kindern gleich mehrtägige Radtouren. Sie organisierte Übernachtungen im Haus Idenrast und stellte Projekte auf die Beine, deren Erlös verschiedenen Hilfsaktionen zu Gute kam. Auch bei der Gründung der Kleiderkammer vor mehr als 20 Jahren habe sich Schwester Annuntiata engagiert. 

Immer ein Auge auf Maria

Die Krippe in der Ida-Basilika ist noch aufgebaut, und mit Blick auf eben diese Krippe sagte Margret Strunk mit einem Augenzwinkern: „Jedes Jahr war es Ihnen vorbehalten, Maria richtig zu platzieren.“ Mit Wehmut nahmen Margret Strunk und die Gemeinde Abschied von den Ordensschwestern.

Pfarrer Jochen Kosmann überreichte den Schwestern ein Bild von der St.-Ida-Basilika. Bei der Messe anwesend war auch die Provinz-Oberin, Schwester Christina, mit weiteren Schwestern aus Münster.

Nach der Messe ergriffen die Gläubigen die Gelegenheit, den Schwestern persönliche Briefe und Präsente zu überreichen. Schwester Liboria und Schwester Annuntiata nahmen mit Wehmut Abschied von Herzfeld. „Wir sind traurig, denn wir waren so lange hier in Herzfeld und wären gerne noch geblieben“, so die beiden. Doch sie seien nicht allein, sondern in Xanten in der Gemeinschaft gut aufgehoben.

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