WLE-Geschichte ist in 1468 Akten archiviert



Kreis Soest (gl). Die Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) hat 1468 Akten, mit denen die Unternehmensgeschichte von 1883 bis in die 1980er Jahre hinein abgebildet wird, dem Kreisarchiv Soest übergeben.

Vertreter der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) übergaben dem Kreisarchiv jetzt offiziell 1.468 historische Akten und damit bedeutendes Archivgut. Das Bild zeigt (v. l.) Kreisarchivarin Beatrix Pusch, Ex-Geschäftsführer Josef Kückmann, Kreisdirektor Dirk Lönnecke, Geschäftsführer Manfred Ries und Abteilungsleiterin Kim Weber.

In einem Depositalvertrag ist geregelt, dass die WLE Eigentümer bleibt und das Kreisarchiv die Akten verwahrt und zur Benutzung zur Verfügung stellt. Geschäftsführer Manfred Ries und sein Vorgänger Josef Kückmann trafen beim offiziellen Übergabetermin auf eine dankbare Kreisarchivarin. „Ein sehr schöner Bestand“, fasste Beatrix Pusch in Gegenwart von Kreisdirektor Dirk Lönnecke und Kim Weber, Abteilungsleiterin Technische Dienste, ihre Eindrücke über die 300 angelieferten Kartons zusammen. Das umfangreiche Archivgut der WLE bereichere die vorhandenen Bestände der beiden Altkreise Soest und Lippstadt zur regionalen Verkehrsentwicklung, erklärte Kreisarchivarin Beatrix Pusch. Schließlich sei das Unternehmen 1883 als „Warstein-Lippstadter Eisenbahn“ im heutigen Soester Kreisgebiet gegründet worden, habe bis heute seinen Sitz im Kreis Soest, und der Kreis Soest sei heute der größte Gesellschafter.

Dass der Bestand erhalten blieb, zu großen Teilen bereits erschlossen ist und ein Findverzeichnis existiert, das ist Josef Kückmann zu verdanken. Nach einem Umzug der Unternehmensverwaltung rettete er aus verwaisten Büros zurückgelassene Akten, die er nach seiner Pensionierung durchforstete und aufarbeitete. Frucht dieser Sysiphusarbeit ist das 2009 von ihm zusammen mit Burkhard Beyer herausgegebene Werk „Von Warstein bis ins Münsterland. Die Geschichte der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE)“ (DGEG Medien, Hövelhof 2009, ISBN 978-3-937189-39-0).

Basis für die Inbetriebnahme der WLE im Jahre 1883 war die Erkenntnis heimischer Industrieller, dass eine gute Verkehrsanbindung von Warstein aus in nördlicher Richtung für die regionale Eisen- und Steinindustrie geradezu unerlässlich war, wollte man den Anschluss an die neue Zeit nicht verpassen. Längst Geschichte ist auch die Strecke Brilon-Belecke-Soest, die mit dem Empfang des Eröffnungszugs am 1. Dezember 1899 in Soest am Thomätor eingeweiht wurde. Heute ist die WLE ein moderner Logistik-Dienstleister.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.