Brauerei: Historischer Separator belegt Fortschritt 



Die GEA Westfalia Separator Group hat der Pott’s Brauerei in Oelde einen historischen Separator geschenkt.

Die GEA Westfalia Separator Group hat der Pott’s Brauerei einen historischen Separator geschenkt. Ein ähnliches Exemplar war in den 1960er-Jahren in der Brauerei an der Bahnhofstraße für die Heißwürzeklärung im Einsatz. Das Foto zeigt (v. l.) Jörg Pott (Pott’s Brauerei), Klaus Stojentin, Jürgen Mackel (beide GEA Westfalia Separator Group), Peter Wienstroer, Daniel Hefele (beide Pott’s Brauerei), Dietrich Bretz, Peter Schöttler und Peter Hollenbeck (alle Deutsches Zentrifugen-Museum). Foto: Hövelmann

Oelde (jahö) - Alte Brautechnik modernen Maschinen gegenüberzustellen – und damit Fortschritt sichtbar zu machen –, ist der Pott’s Brauerei in Oelde ein Anliegen. Einige historische Maschinen sind in dem Familienbetrieb bereits zu sehen. Vor Kurzem ist ein weiteres Ausstellungsstück hinzugekommen, gespendet von der GEA Westfalia Separator Group: der Separator KG 8006, Baujahr 1966, frisch poliert und hergerichtet. 

„Was noch fehlt, ist eine Beschilderung des Separators“

Ein ähnliches Exemplar sei in den 1960er-Jahren in der Brauerei an der Bahnhofstraße für die Heißwürzeklärung im Einsatz gewesen, berichtet Dietrich Bretz, Leiter des Deutschen Zentrifugen-Museums in Oelde, das sich auf dem GEA-Firmengelände befindet. 

Während der Trub, also in der Flüssigkeit befindliche Feststoffe, bei den damaligen Separatoren habe manuell aus der Trommel entfernt werden müssen, erfolge dieser Arbeitsschritt heute automatisch. „Die Zentrifugen sind mittlerweile selbst entleerend“, erklärt Bretz. 

Seinen Platz gefunden hat der historische Separator nun im Bereich Lagerkeller und Filtration der Brauerei – für Besucher gut durch ein Fenster sichtbar. „Was noch fehlt, ist die Beschilderung des Separators“, sagt Geschäftsführer Jörg Pott. Außerdem solle das Ausstellungsstück perspektivisch auf ein Edelstahlgerüst gestellt werden. 

Mit dem Geschenk wolle man auch die Verbundenheit zwischen GEA und Pott’s Brauerei zum Ausdruck bringen, sagte Bretz. Schließlich habe diese mittlerweile seit nunmehr 60 Jahren Bestand.

Museum gewährt Einblicke in die Geschichte der Separatoren

Einblicke in die Geschichte der Separatoren gewährt das Deutsche Zentrifugen-Museum auf dem Gelände der GEA Westfalia Separator Group in Oelde. Circa 130 Exponate finden derzeit auf einer Ausstellungsfläche von 285 Quadratmetern Platz – darunter auch eine Handzentrifuge der Firma Ramesohl & Schmidt aus dem Gründungsjahr des Unternehmens 1893. 

Hinzu kommen acht Vitrinen, in denen unter anderem Patente, Erstveröffentlichungen, Modelle und Werbegeschenke zu sehen sind. Perspektivisch solle die Zahl der Exponate weiter steigen, kündigt Dietrich Bretz an, der das Museum leitet und gemeinsam mit seinen Stellvertretern Peter Schöttler und Peter Hollenbeck betreut. „Wir haben noch das eine oder andere im Keller stehen.“ Ziel der Ausstellung sei, den technologischen Fortschritt darzustellen – von der Handzentrifuge bis zum Hightech-Separator. „Wir wollen eine Brücke schlagen“, sagt Bretz. Allerdings mache man einen Schnitt im Jahr 1960. Neuere Technologien sollten schließlich nicht ins Museum, sondern verkauft werden. 

Auch Separatoren der Mitbewerber werden gezeigt

Gezeigt werden im Museum nicht nur Westfalia-Separatoren, sondern auch Maschinen der Mitbewerber. „Dadurch wird die Attraktivität des Rundgangs noch einmal gesteigert“, betont Bretz. Alle Ausstellungsstücke seien Originale und Vorgängermodelle der aktuellen Zentrifugen, die entweder von Kunden sowie über das Auktionsportal Ebay rückgekauft oder dem Museum als Geschenk zur Verfügung gestellt worden seien. 

Nur eine Ausnahme gebe es: einen 100-prozentigen Nachbau der ersten Tellerzentrifuge, für die Freiherr von Bechtolsheim 1888 ein Patent erhalten habe. Angefertigt worden ist die Replik laut Dietrich Bretz im GEA-Ausbildungszentrum. 

Bereits 900 Führungen ehrenamtlich durchgeführt

Eingeweiht wurde das Deutsche Zentrifugen-Museum 2003 anlässlich des 110-jährigen Bestehens der GEA Westfalia Separator Group, einst als Ramesohl & Schmidt gegründet. Seither haben circa 900 Führungen für Kunden, potenzielle Kunden, Vereine und weitere Interessierte stattgefunden – ehrenamtlich durchgeführt von Bretz und seinen Mitstreitern. 

„Das Museum ist auch eine verkaufsfördernde Maßnahme“, betont der Leiter. So werde während der Führungen nicht nur auf die Exponate eingegangen, sondern auch auf die Geschichte des Unternehmens GEA.

Museum ist aktuell geschlossen

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Deutsche Zentrifugen-Museum für Besucher geschlossen. „Das ist bedauerlich“, sagt Leiter Dietrich Bretz, der vor seinem Ruhestand zuletzt den internationalen Kundendienst des Unternehmens GEA leitete. Allerdings hoffe er darauf, dass die Situation eine baldige Wiedereröffnung möglich mache. 

In der Regel werden Führungen in deutscher und englischer Sprache angeboten. Termine müssen vorher mit den Verantwortlichen abgestimmt werden. Der Eintritt beträgt 3 Euro, Schüler und Studenten zahlen 2 Euro. Alle Einnahmen kommen dem Sozialfonds der Nothilfe GEA Westfalia Separator zugute.

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