Forthbach in Sünninghausen wird naturnah umgestaltet


Auf einem halben Kilometer Länge wird derzeit der Forthbach in Sünninghausen renaturiert. Dabei spielt Totholz eine wichtige Rolle.

Vom Fortschritt der Renaturierung des Forthbachs in Sünninghausen haben sich (v. l.) Verbandsvorsteher Rudolf Erlemann, Dr. Matthias Quas (landwirtschaftlicher Kreisverband), Oeldes Bürgermeisterin Karin Rodeheger, André Hackelbusch (Kreis Warendorf), Landrat Dr. Olaf Gericke, Moritz Hillebrand (Wasser- und Bodenverband Oelde) sowie Thomas Spieker und Timo Kaup (Bezirksregierung Münster) überzeugt. Spielt das Wetter mit, kann die Maßnahme zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein. Foto: M. Pfeil

Sünninghausen (gl) - In der Sünninghausener Bauerschaft Wibberich wird derzeit ein Abschnitt des Forthbachs renaturiert. Maßnahmenträger ist der Wasser- und Bodenverband Oelde. Verbandsvorsteher Rudolf Erlemann informierte einem Bericht zufolge kürzlich vor Ort über den Baufortschritt.

Ökologische Aufwertung

Auf einer Fläche von 1,2 Hektar und knapp einem halben Kilometer Gewässerlänge wird der Forthbach in Sünninghausen ökologisch aufgewertet. Dazu wurde ein gewundener Gewässerverlauf gebaggert, der sich nun frei durch angrenzende Auenbereiche bewegt. Zur strukturellen Aufwertung von Gewässersohle und Uferbereichen werden derzeit Totholz und Kies eingebaut. Der Kreis Warendorf hat Flächen bereitgestellt und einen Teil der Maßnahme finanziert. Die gewässerstrukturelle Aufwertung kostet etwa 140 000 Euro. 80 Prozent trägt das Land NRW.

Außer einem neuen Verlauf hat der Forthbach demnach in dem Abschnitt auch weitläufige Auen erhalten, die im Falle eines Hochwassers eine große Menge Wasser unschädlich zurückhalten können. Durch die längeren Verweilzeiten des Hochwassers profitierten unterhalb liegende Gewässerabschnitte mit geringeren Hochwasserspitzen und längeren Vorwarnzeiten. Deshalb gehe mit der Umsetzung von Gewässerentwicklungsmaßnahmen häufig eine Verbesserung der Hochwassersituation einher.

Wichtiger Bestandteil: Totholz

Über technische Details und insbesondere über die gewässerökologische Bedeutung des Totholzes informierte bei dem Termin Moritz Hillebrand, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Oelde: „Das Totholz ist ein wichtiger Baustein solcher Gewässerentwicklungsmaßnahmen, weil es die Fließgewässerdynamik fördert und dabei gleichzeitig Nahrungsgrundlage und Lebensräume für Gewässerorganismen bereitstellt.“ Mit dem Totholz werde dem Gewässer ein Ausgangszustand bereitgestellt, der in den folgenden Jahren durch eine eigendynamische Entwicklung des Gewässers selbst weiter gestaltet werde. Dadurch entwickelten sich naturraumtypische Lebensräume im und am Gewässer, die vielen Tier- und Pflanzenarten zukünftig geeignete Lebensräume zur Verfügung stellten.

Interessierte können sich mit Hilfe einer Hinweistafel nahe der Brücke über den Forthbach über die Maßnahme informieren.

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