Prozess am Landgericht gegen Oelder Leitpfosten-Werfer



Zwei Oelder (16 und 18 Jahre) sind wegen eines Pfostenwurfs auf die A2 angeklagt. Die Staatsanwaltschaft sieht Mordmerkmale erfüllt.

Am Landgericht Münster müssen sich ein 16- und ein 18-Jähriger aus Oelde verantworten. Sie sollen Anfang des Jahres Leitpfosten auf die A2 geworfen haben. Symbolfoto: dpa

Oelde (rh) - Wegen versuchten Mordes müssen sich ein 16- und ein 18-Jähriger aus Oelde in einem Prozess am Landgericht Münster verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, am 3. Januar 2022 in Oelde einen Leitpfosten von einer Brücke auf die Fahrbahn der Autobahn 2 geworfen zu haben, als dort ein Auto vorbeifuhr.

Staatsanwaltschaft: Mordmerkmale erfüllt

Die Oelder sollen laut Anklage versucht haben, mit dem Wurf einen Unfall zu provozieren. Dabei hätten sie in Kauf genommen, dass die Pkw-Insassen infolge des Unfalls versterben könnten. Der Leitpfosten schlug auf der Beifahrerseite eines Autos ein, die Fahrerin (43) konnte den Pkw aber unter Kontrolle halten, und die fünf Insassen blieben nach Angaben des Gerichts von Montag unverletzt. Der ersten Meldung der Polizei zufolge hatte ein vierjähriges Kind im Auto leichte Verletzungen erlitten. Die Tatbegehung erfüllt nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe.

Auf die Spur gekommen waren die Ermittler der Mordkommission den Oeldern, weil der damals noch 17-Jährige nahe dem Tatort einen Notruf – allerdings in anderer Sache – abgesetzt haben soll. Sein 16-jähriger Begleiter gestand laut Polizei schließlich. Der Prozess, für den mehrere Verhandlungstage angesetzt sind, startet am Mittwoch, 29. Juni.

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