Schlag gegen Drogenhandel: Oelder ist Hauptverdächtiger


Erneut sind Ermittler von Zoll und Polizei erfolgreich gegen Drogenhändler vorgegangen. Im Fokus steht ein Mann (43) aus Oelde.

Der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Münster ist ein Schlag gegen die Drogenkriminalität in den Kreisen Warendorf und Gütersloh gelungen. Dabei kam es zu mehreren Festnahmen. Symbolfoto: dpa

Münster/Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf (gl) – Seit November 2021 ermittelt eine Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER), die unter der Federführung der Staatsanwaltschaft Münster steht, gegen den 43-jährigen Oelder, wie es in einer Mitteilung am Montagmorgen heißt. Der Vorwurf: Er soll mit Betäubungsmitteln gehandelt und gegen das Waffengesetz verstoßen haben.

Kryptochats führen zu Verdächtigem

Demnach kamen die Ermittler auf die Spur des Tatverdächtigen durch die Auswertung verschlüsselter Mobilfunkgeräte, sogenannter Kryptochats. Die Analyse der vermeintlich sicheren Chatverkehre begründete den Verdacht, dass der 43-Jährige mit Rauschgift im Wert von mindestens 260.000 Euro Handel getrieben habe, so die Staatsanwaltschaft. Davon soll er mindestens 4 Kilogramm Kokain und 38 Kilogramm Marihuana im Raum Warendorf und Ostwestfalen-Lippe umgesetzt haben. Die von der Ermittlungsgruppe daraufhin aufgenommenen Untersuchungen bestätigten den Verdacht, dass der Verdächtige weiterhin einen regen Rauschgifthandel betrieb.

Im Zuge der polizeilichen Untersuchungen konnten am 22. Juni dieses Jahres zunächst sieben Haftbefehle und neun Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt werden: In Gütersloh, Oelde, Rietberg, Rheda-Wiedenbrück und Warendorf wurden laut Mitteilung verdächtige Rauschgifthändler und Abnehmer verhaftet.

Spezialeinheit nimmt Oelder fest

Der Hauptverdächtige und ein 31-jähriger Mittäter wurden mit Unterstützung einer Spezialeinheit festgenommen, da die Ermittlungen einen Verdacht auf das Vorhandensein von Schusswaffen ergeben hatten. Bei den Durchsuchungen der Wohnanschriften wurden eine Schusswaffe sowie rund 750 Gramm Kokain und drei Kilogramm Marihuana sichergestellt. Zur Abschöpfung der Gewinne aus dem Rauschgifthandel wurden bei dem Hauptverdächtigen Vermögenswerte in Höhe von 95.000 Euro Bargeld, zwei Rolex-Uhren und zwei hochwertige Fahrzeuge beschlagnahmt.

Hintergrund: Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Münster wird von der dortigen Staatsanwaltschaft geleitet. Unterstützt wird sie von Kräften des Zollfahndungsamtes Essen und des Polizeipräsidiums Münster. Sitz der GER ist Münster. (gl)

Fünf weitere verdächtige Großabnehmer im Alter zwischen 23 und 44 Jahren wurden am selben Tag in Warendorf und Ostwestfalen festgenommen. Die Durchsuchungen führten zur Sicherstellung von weiteren 7700 Euro Bargeld, kleineren Mengen Rauschgift und der von den Abnehmern genutzten Mobiltelefone, die nun ausgewertet würden.

Die anschließenden Ermittlungen führten die Beamten zu weiteren sechs Abnehmern der Betäubungsmittel. Bei den folgenden Wohnungsdurchsuchungen der Abnehmer im Raum Warendorf und Gütersloh konnten weitere kleinere Mengen Betäubungsmittel, zwei Armbrüste, Elektroschocker, Mobiltelefone und ein zirka ein Meter langes zweischneidiges Schwert aufgefunden werden.

Schusswaffe in Gütersloher Wohnung entdeckt

Bei einem dieser Abnehmer wurde am 29. Juni in Gütersloh neben 845 Gramm Marihuana zudem eine weitere scharfe Schusswaffe gefunden. Gegen den 40-Jährigen wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster vom Amtsgericht Münster Untersuchungshaft angeordnet.

Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Betäubungsmittel beläuft sich auf mehr als 82.000 Euro. Die Ermittlungen der GER im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster dauern derzeit an.

Erst Ende Juni konnten die Strafverfolgungsbehörden in NRW einen Erfolg gegen Drogenkriminelle verbuchen. Damals wurde unter anderem ein Drogenlabor in Münster ausgehoben.

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