Stromberger wollen Seifenkistensport bekannter machen


Der Seifenkistensport hat in Stromberg Tradition. Das Rennen im Burgdorf wurde allerdings pandemiebedingt bereits zwei Mal abgesagt.

Die Tradition des Seifenkistensports hat in Stromberg eine große Bedeutung. Einige Familien seien seit der Gründung der Seifenkistengruppe – als Untergruppe der Kolpingsfamilie Stromberg – im Jahr 1976 dabei, sagt der Leiter der Gruppe, Michael Hummels. Angesichts der Corona-Pandemie musste das Rennen im Burgdorf aber bereits zwei Mal abgesagt werden. Das Archivfoto zeigt (v. l.) Martha Stoffers und Nelly Mörsch, die in ihren Seifenkisten durch das Ziel im Gaßbachtal fahren. Archivfoto: Seifenkistengruppe

Stromberg (ols) - Von einer drei Meter hohen Rampe in einer oftmals selbst gebauten Kiste starten und in einem Duell eine bis zu 400 Meter lange Strecke auf Zeit fahren – so funktioniert der Seifenkistensport. Während dieser in Deutschland eher an Popularität verliert, gibt es in Stromberg seit knapp 45 Jahren eine Gruppe, deren Mitglieder ihre Begeisterung für die Seifenkisten teilen. 

„Rennen ist wie ein kleines Volksfest“

Im Jahr 1976 wurde die Seifenkistengruppe als Untergruppe der Kolpingsfamilie Stromberg auf Initiative des damaligen Pfarrers Antonius Lendermann gegründet. Aktuell gibt es ungefähr 20 aktive Fahrer, die für die Stromberger Seifenkistengruppe an den Start gehen. 

Vor der Pandemie trainierten die Mitglieder fünf Mal im Jahr an der Tollstraße in der Stromberger Schweiz – und zwar für die NRW-Meisterschaften, an denen einige Seifenkistenfahrer aus Stromberg in normalen Zeiten teilnehmen, sowie für das eigene Rennen, das gewöhnlich einmal im Jahr im Gaßbachtal durchgeführt wird und Teil der NRW-Meisterschaft ist. „Das Stromberger Seifenkistenrennen ist wie ein kleines Volksfest. Es gibt Getränke und Kuchen, eine Hüpfburg und ein Abendprogramm mit Band. In den vergangenen beiden Jahren musste es leider abgesagt werden“, berichtet Michael Hummels, Leiter der Seifenkistengruppe. Durchschnittlich 60 Fahrer nähmen am Stromberger Rennen teil, die meist aus Nordrhein-Westfalen, zum Teil aber auch aus ganz Deutschland kämen. 

Hintergrund

Das traditionelle Stromberger Seifenkistenrennen im Gaßbachtal wird auf einer Strecke von 250 Metern ausgetragen. Ziel ist es, möglichst schnell ins Ziel zu fahren, wobei das Rennen auf einer Rampe gestartet wird, die den Seifenkisten zum Start den nötigen Schwung gibt. 

Es fahren immer zwei Seifenkistenfahrer gleichzeitig, und jeder muss vier Mal starten, je zwei Mal auf jeder der beiden Fahrbahnen. 

Die Seifenkisten können nach Angaben von Michael Hummels dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h erreichen.

Seifenkisten werden selbst gebaut

„Der Seifenkistensport ist in Deutschland nicht mehr so populär. Es ist eher ein Nischensport“, sagt Hummels. Den geringen Zulauf erklärt er sich damit, dass viele Leute ein falsches Bild vom Seifenkistensport haben. „Wir möchten ihn wieder bekannter machen und zeigen, dass er Spaß macht“, betont er. „Denn das Schöne ist, dass es ein Sport für die ganze Familie ist.“ 

Viele Seifenkisten werden von den Fahrern selbst gebaut, man kann sie aber auch kaufen. Außerdem verleiht die Stromberger Gruppe Kisten. 

Die Tradition habe im Seifenkistensport eine große Bedeutung, besonders in Stromberg, betont Hummels. Einige Familien seien seit der Gründung dabei und mittlerweile in der dritten oder vierten Generation in der Gruppe vertreten. Aber nicht nur die Seifenkisten bestimmten das Vereinsleben, sondern beispielsweise auch gesellige Grill- und Abschlussfeste.

Ziel: Deutsche Meisterschaft nach Stromberg holen

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es seit mehr als einem Jahr keine Seifenkistenrennen sowie keine NRW-Meisterschaft mehr. Die Stromberger Seifenkistengruppe hat 2020 ihrem Leiter Michael Hummels zufolge gar nicht aktiv sein können. „2021 hatten wir dann seit langem wieder das erste Training und konnten sogar an zwei Rennen unter strengen Corona-Auflagen teilnehmen.“ 

„In den vergangenen Jahren wollten wir die deutsche Seifenkistenmeisterschaft nach Stromberg holen. Vielleicht klappt es ja in diesem Jahr“, kündigt Hummels an. In der Stromberger Gruppe gibt es laut ihrem Leiter einige erfolgreiche Fahrer, darunter Vize-Europameisterin Mia Paschedag. 

Die Seifenkistengruppe Stromberg nimmt in normalen Zeiten nicht nur an Rennen in der Umgebung teil, sie beteiligt sich auch oft an der Ausrichtung anderer Rennen. Beispielsweise stellt sie anderen Vereinen dann ihre Ausstattung zur Verfügung, darunter auch ihre drei Meter hohe Rampe.

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