Tanzende Kinder statt fahrender Autos auf Straße


Ein Zeichen gesetzt hat die Overbergschule in Oelde im Rahmen der Mobilitätswoche. Auf der Straße vor der Schule waren Autos tabu. 

Die autofreie Phase nutzen (v. l.) Theo, Merle und Joris, um vor der Overbergschule in Oelde zu spielen und zu malen.

Oelde (gl) - Es ist 7.30 Uhr und vor der Overbergschule in Oelde herrscht Ruhe. Keine Autos fahren vor und wieder weg, keine Busse halten. Denn der Bereich direkt vor der Schule ist bis 15 Uhr gesperrt. Der Grund: „Wir möchten mit der Aktion ein Zeichen setzen – für mehr Fahrrad-, Roller- und Fußverkehr und weniger Elterntaxis“, erläutert einem Bericht zufolge Schulleiterin Antonia Hegemann, die zusammen mit Oeldes Klimaschutzmanagerin Stefanie Gröne als Aktion der Europäischen Mobilitätswoche vergangene Woche umgesetzt hat.

Verkehrssituation vor Schule teils chaotisch

„Viele Kinder kommen bereits zu Fuß, per Roller oder Rad zur Schule und es wäre toll, wenn es durch diese Aktion in Zukunft vielleicht noch ein paar mehr werden“, wird Hegemann in dem Bericht zitiert. Insbesondere zu Unterrichtsbeginn und zu den Hauptabholzeiten sei die Verkehrssituation vor der Schule chaotisch und für die Schüler, die den Straßenraum zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad nutzten, oftmals sehr gefährlich.

Dabei schone der Umstieg auf das Fahrrad oder auf die eigenen Füße, nicht nur die Umwelt und das Portemonnaie, sondern fördere auch die Fähigkeiten der Kinder wie körperliche Fitness, Koordination und Selbstständigkeit. Frische Luft und Bewegung förderten zudem die Lernfähigkeit.

Hol- und Bringzone eingerichtet

Um die Verkehrssituation zu entzerren, wurde auf der Johannesstraße eine Hol- und Bringzone eingerichtet, in der Eltern mit dem Auto kurz halten können, um ihre Kinder aus- oder einsteigen zu lassen. Die gesperrte Straße habe an diesem besonderen Aktionstag nicht nur mehr Sicherheit vor der Schule geboten, sondern sei von den Schülern der Overbergschule und den Kindern des angrenzenden St. Marienkindergartens für verschiedene Aktionen genutzt worden.

So trafen sich dem Bericht der Overbergschule zufolge alle Kinder und Lehrerinnen zum Beginn des Unterrichts rund um den Parkplatz auf der Straße vor der Schule und starteten mit einem gemeinsamen Bewegungsprogramm in den Tag. Los ging es mit einem Fitnesslied, gefolgt von einem Mitmachtanz. „Unser Overbergsong zur Begrüßung dieses besonderen Tages durfte nicht fehlen“, schreiben die Verantwortlichen.

Kunstaktion nach der Frühstückspause

Dem Bericht zufolge gab es auch eine Kunstaktion nach der Frühstückspause. Jedes Kind habe sein eigenes Overberg-Männchen mit Kreide auf der Straße gestaltet, schreiben die Verantwortlichen. So sei im Laufe des Vormittags ein wunderschönes buntes Bild entstanden, bei dem sich alle Overberg-Männchen – umrahmt von Sonnen, Blumen, Vögeln und vielem mehr – in einem Kreis an den Händen halten.

Auch nach Schulschluss ging es laut Bericht vor der Schule weiter. Alle Betreuungskinder nutzten die Straße und den Parkplatz als große Spielfläche und genossen die autofreie Zeit vor der Schule. „Sogar das Mittagessen wurde vor die Schule verlegt und durfte als kleines Erlebnis-Picknick verspeist werden.“

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