Bürger gegen neue Windkraft-Gebiete



Sassenberg (dor) - Die überwiegende Mehrheit der Sassenberger Bevölkerung wünscht sich keine Ausweitung der Windkraft-Gebiete. Bei einer thematischen Informationsveranstaltungim Rathaus zeichnete sich dieses Stimmungsbild ab. Über Konsequenzen muss jetzt die Politik nachdenken.

Ein klares Meinungsbild konnten nach der Informationssitzung im Rathaus zum Thema „Windenergie“ (v.l.) Georg Hartmann-Niemerg (Grüne), Johannes Philipper (FDP), Ralf Brinkemper (SPD) Martin Lange (FWG), Wolf-Rüdiger Völler (CDU), Bürgermeister Josef Uphoff, Theo Schlotmann und Martin Tewes mitnehmen.

Der Ausbau von Windkraftanlagen in Sassenberg und Füchtorf ist ein viel diskutiertes Thema. So war auch der Rathaussaal am Montag bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Windkraft“, zu der Bürgermeister Josef Uphoff und die Fraktionsvorsitzenden der Parteien geladen hatten, proppenvoll.

Für die einen sind Windkraftanlagen ein Stück gesellschaftliche Verantwortung, ein Beitrag zum Klimaschutz sowie ein Mehr an Wirtschaftlichkeit und auch finanzieller Gewinn. Für andere – und diese stellten am Montag die große Mehrheit dar, sind sie ein Ärgernis, das Gesundheitsgefahren, Minderung der Lebensqualität und Minderung von Grundstückswerten mit sich bringt.

Bürgermeister Josef Uphoff hatte die Sitzung eröffnet, den Anwesenden den Windenergie-Erlass (Hintergrund) sowie die Entwicklung der bisherigen Überlegungen erläutert. Möglich seien ein weiteres Vorranggebiet in Rippelbaum in der Größe von zwölf Hektar, ein Vorranggebiet im Gewerbegebiet Wöste sowie der Ausbau der Windparkanlage in Gröblingen (WAF 4) und der Füchtorfer Elve (WAF 03). Hier meldete sich sogleich Alfons Lüffe zu Wort, der nach eigener Aussage die Windkraft in Sassenberg salonfähig gemacht habe und in WAF 04 wohnt. Lüffe argumentierte, dass dieses Gebiet mit 17 Anlagen bereits einen gewaltigen Windpark darstelle. Er befürchte, dass die bisherige vorhandene Höhe von 150 Meter kippe und viel höhere Windräder zum Einsatz kämen.

Dabei hätten die bisherigen schon erhebliche Folgen: „Wir können mit offenem Fenster nicht mehr schlafen. Wie weitere Wortmeldungen belegten, steht er mit dieser Erfahrung nicht allein da. Ein weiterer Diskussionsteilnehmer verwies auf die Gefahr des nicht hörbaren Infraschalls hin, der von den Anlagen ausgehe. Dieser würde zur Veränderung der Hirnströme, zu Bluthochdruck, Herzproblemen, Ohrendruck und Schwindel führen. Ein anderer beklagte, dass die Lärmmessungen bisher stets nur bei einer laufenden Anlage stattgefunden hätten, der Lärm sich bei mehreren Anlagen deutlich potenziere.

Dass man die Windräder von überall höre, egal wie der Wind stehe, berichtete Reinhard Fischer, der in 800 Meter Entfernung zu einer Windkraftanlage lebt. Andere Bürger vertraten die Meinung, dass zwei Vorranggebiete für Füchtorf völlig ausreichend seien. Alfons Westhoff von der CDU fordert ein Mehr an Anwohnerschutz. Wie er sagte, stünden in Sassenberg und Füchtorf bereits 25 Anlagen, im Kreis Gütersloh ganze zwei. „Wir haben schon viel getan, das Maß ist allmählich voll“, so seine Meinung.

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