Fehlbetrag im Haushalt nicht so hoch wie erwartet



Mit einem Minus von 4,85 Millionen Euro hat die Stadt Sassenberg für 2022 gerechnet. Doch es wird wohl nur halb so schlimm.

Die Stadt Sassenberg rechnet mit einem deutlich geringeren Jahres-Fehlbetrag. Foto: dpa

Sassenberg (bemi). Noch bei der Haushaltseinbringung für dieses Jahr war Sassenbergs Verwaltung davon ausgegangen, 2022 mit einem Fehlbetrag von rund 4,85 Millionen Euro abzuschließen. Doch die neusten Prognosen sehen besser aus.

Zwei wesentliche Faktoren spielen eine Rolle

Wie Bürgermeister Josef Uphoff am Dienstag dem Rat mitteilte, plane die Stadt nun mit einem Fehlbetrag von „nur“ noch rund 2,58 Millionen Euro. Dementsprechend weniger Mittel aus der Ausgleichsrücklage müssten am Jahresende in Anspruch genommen werden, um den Haushalt fiktiv auszugleichen.

Doch woher kommt das geringe Minus, dass die Verwaltung erwartet? Eine Rolle spielt die Gewerbesteuer. Das Aufkommen liegt zurzeit bei rund 8,3 Millionen Euro – eine deutliche Verbesserung zu den Annahmen vom Jahresanfang um 1,8 Millionen Euro. Änderungen, sowohl bei den Zu- als auch Abgängen, seien aber jederzeit möglich, erklärte Kämmerer Guido Holtkämper.

Mehrere Baumaßnahmen werden aufgeschoben

Eine weitere Erklärung für die geringere Fehlbetrags-Prognose: Die Stadt Sassenberg wird Bauvorhaben, die im Haushalt 2022 veranschlagt sind, nicht umsetzen. Dazu zählen die Umgestaltung des Freibads, des Drostengartens, der Umbau des Dachgeschosses des Sportlerheims im Brook (323 000 Euro, dort leben derzeit Geflüchtete) und die Erneuerung des Hallenbodens der kleinen Herxfeldhalle (145 000 Euro). Die Baumaßnahme werde zurückgestellt, weil man nicht wisse, ob die Halle zur Unterbringung geflüchteter Menschen genutzt werden müsse, sagte Bürgermeister Josef Uphoff.

Finanziellen Spielraum will sich die Stadt zudem bei Energiekosten erhalten. Dafür wurden 250 000 Euro im Haushalt angesetzt. Zwar habe die Stadt für die meisten Gebäude vergleichsweise günstige Verträge, sagte Uphoff. Allerdings muss die Verwaltung für neu angemietete Wohnungen den teureren Grundversorgertarif bezahlen.

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