Gurken und Salat wieder Verkaufsschlager



Sassenberg (dor) - Nach dem Ende der Gurken-. Salat- und Tomatenkrise greifen die Verbraucher wieder zu. Offenbar gibt es sogar einen großen Nachholbedarf an frischem Obst und Gemüse, denn Landwirt Patrick Schwienheer aus Füchtorf verkauft derzeit so viel davon wie kaum jemals zuvor.

Vor kurzem noch musste Patrick Schwienheer seinen Salat als Gründünger für kommende Pflanzen untermulchen. Derzeit verkauft er so viel wie kaum jemals zuvor.

Erst war es die spanische Gurke, dann gerieten Tomaten unter Generalverdacht. Zum Schluss stellten sich Sprossen als Haupttäter der EHEC-Krise heraus. Zurück blieben verunsicherte Verbraucher und geschädigte Landwirte.

Gerade die Erzeuger mussten zum Teil herbe Umsatzeinbußen verkraften. „Die Glocke“ besuchte jetzt den Füchtorfer Gemüsebauern Patrick Schwienheer. Sein erstes Fazit: Es hätte schlimmer kommen können. „Wären wir ein Großbetrieb, der hauptsächlich Tomaten vertreibt, hätten wir ein Riesenproblem. So aber hält sich der Schaden in Grenzen“, sagt Schwienheer. Obwohl bei ihm keine Gülle auf die Gemüsefelder aufgebracht wird, fielen die Bestellungen des Großmarkts aufgrund der gesunkenen Nachfrage während der Krise gering aus.

Mehrere Tausend Köpfe Salat musste Schwienheer, der den Gemüsehof mit Mutter Hedwig und Vater Wilhelm betreibt, einfach untermulchen. Schöner, frischer Lollo Rosso, Lollo Biondo, Eichblattsalat – Salate, die sich Feinschmecker gerne munden lassen – als Gründünger für kommende Pflanzen genutzt. Dass vor dem Verzehr von Gurken, Tomaten und Salat gewarnt wurde, hält der Landwirt trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen auf viele Betriebe für richtig. „Wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen, gibt es keine Alternative“, so seine Meinung.

Er freut sich allerdings, dass mit der Bestätigung der Sprossen als Infektionsquelle Entwarnung für das andere Gemüse gegeben wurde. Die Tomatenernte steht schließlich unmittelbar bevor. In den Gewächshäusern des Gemüsehofs hängen die schönsten und dicksten Tomaten. Wenn die jetzt auch noch hätten vernichtet werden müssen, das möchte sich Patrick Schwienheer nicht ausmalen. Der zweifache Vater konzentriert sich lieber auf den bevorstehenden Verkauf der zu den Nachtschattengewächsen zählenden Pflanze. Patrick Schwienheer, der dreimal die Woche auch auf Gemüsemärkten präsent ist, hat festgestellt, dass die Verbraucher jetzt vermehrt zu den Produkten greifen, die sie sich für kurze Zeit versagt haben.

„Seit der Entwarnung haben wir viel mehr Tomaten, Gurken und Salat als sonst verkauft“, berichtet der junge Landwirt, der in den Wintermonaten auch Ware, zum Beispiel Tomaten aus Spanien, zukauft.

In der Erntezeit allerdings gibt es bei Schwienheers Frisches vom eigenen Feld: Von Spargel über Erdbeeren, Gurken, Salat, Paprika, Kräuter, Rhabarber, Sellerie und Porree bis hin zu Zwiebeln, Lauch und Kartoffeln - im dazugehörigen Hofladen kann sich der Kunde über eine große Auswahl an frischem Obst und Gemüse freuen.

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