Hagemeier fährt Mähdrescher bei Maisernte in Füchtorf


Hofbesuch des Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier (CDU) in Füchtorf: Bei Familie Ostermann ging es um die Sorgen der Landwirte.

Gedankenaustausch am Rand der Wildblumenfläche: (v. l.) Waltraud und Markus Ostermann mit dem Landtagsabgeordneten Daniel Hagemann.

Füchtorf (gl) - Landwirtschaft hautnah erlebt hat der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier jetzt bei einem Besuch auf dem Hof der Familie Ostermann in Füchtorf. Über die Schweinemast mit 3000 Tieren und der Putenmast mit rund 4000 Tieren hinaus betreibt Familie Ostermann auch eine Biogasanlage und hält 90 Milchkühe.

Premiere mit gutem Überblick

Im Mittelpunkt des jüngsten Besuchs stand indes nicht die Tierhaltung, sondern der Einblick in die laufende Maisernte, wie Hagemeier mitteilt. Lohnunternehmer Dietmar Spiering ermöglichte ihm die Mitfahrt auf einem Mähdrescher, der die Maispflanzen erntet, die Kolben von der Pflanze und die Maiskörner aus den Kolben löst. „Man hat einen guten Überblick von da oben“, blickt Hagemeier auf die Fahrt auf dem Mähdrescher zurück. Die Produktion der Erntemaschinen bei Claas in Harsewinkel kennt der heimische Landtagsabgeordnete aus seiner früheren Tätigkeit als Betriebswirt im Gesundheitswesen und Firmenkundenbetreuer bei einer großen Krankenkasse gut. „Auf einem Mähdrescher mitgefahren bin ich aber noch nie“, bekennt er.

Sorgen der Landwirtsfamilie

Sorgen bereitet der Füchtorfer Landwirtsfamilie ebenso wie vielen Berufskollegen der historisch niedrige Schweinepreis. „Ich weiß von Betrieben, die aufgeben wollen“, sagt Waltraud Ostermann. Sie befürchtet, dass sich der Strukturwandel auf dem Land noch beschleunigt und selbst größere Betriebe die Segel streichen. Markus Ostermann beklagt, dass höhere Tierwohlstandards vom Lebensmitteleinzelhandel und den Verbrauchern zwar gefordert, von den Schlachthöfen aber nicht vergütet würden. Sorgen bereitet dem Landwirt auch die aktuelle Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung, die Verbote und Einschränkungen entlang von Gewässern mit sich bringt und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten noch strenger reguliert. Mit Blick auf die Flächen im Füchtorfer Moor vermutet Ostermann, sie zukünftig in Grünland umwandeln zu müssen: „Dann sind sie für mich nur noch die Hälfte wert.“

Wildblumen für Insekten - und die Biogasanlage

Station machten Waltraud und Markus Ostermann mit Daniel Hagemeier auch an einer drei Hektar großen Wildblumenfläche. In einem Versuch wachsen dort viele verschiedene Wildblumen, die unlängst geerntet worden sind und in die Biogasanlage kommen. „Das Feld hatte nahezu jede Woche eine andere Grundfarbe“, sagt Waltraud Ostermann. Die Fläche bietet Lebensraum für Insekten und war ein Magnet für Spaziergänger. „Das sind Dinge, die von den Menschen sehr wohl wahrgenommen werden“, ist auch Hagemeier überzeugt. Die Wirtschaftlichkeit kann der Füchtorfer Landwirt aktuell noch nicht beurteilen: „Der Versuch ist auf fünf Jahre angelegt.“

Großer Informationsbedarf

Nach wie vor sei der Informationsbedarf bei den heimischen Landwirten groß, bilanziert Daniel Hagemeier den Hofbesuch. Deshalb wolle er im ersten Quartal des kommenden Jahres in Sassenberg zu einer Veranstaltung mit der Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion für Landwirtschaft und Umwelt, Bianca Winkelmann, sowie Ministerin Ursula Heinen-Esser oder dem Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann einladen. „Eigentlich war die Veranstaltung schon für Ende letzten Jahres geplant gewesen“, erläutert Daniel Hagemeier. Sie musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden und nun deshalb nachgeholt werden.

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